Zuletzt aktualisiert am 10. August 2026 von Selin Alica
interpack Düsseldorf: Weltleitmesse für Processing und Packaging
Verpackungen entstehen heute nicht mehr durch einen einzelnen Produktionsschritt. Materialentwicklung, Verarbeitung, Abfüllung, Kennzeichnung, Automatisierung, Qualitätssicherung, Logistik und Recyclingfähigkeit greifen unmittelbar ineinander. Genau dieses industrielle Zusammenspiel bildet die interpack in Düsseldorf ab.
Die Messe führt Maschinenbauer, Packmittelhersteller, Materialentwickler, Automatisierungsanbieter und Zulieferer mit Unternehmen aus der Lebensmittel-, Getränke-, Pharma-, Kosmetik- und Konsumgüterindustrie zusammen. Dabei geht es nicht nur um neue Verpackungen, sondern um vollständige Produktions- und Prozessketten.
Die nächste interpack findet vom 10. bis 15. Juni 2029 statt. Sie erhält erstmals eine reguläre Laufzeit von sechs statt sieben Tagen. Die abgeschlossene Ausgabe 2026 zeigte zuvor die internationale Reichweite der Veranstaltung: 2.804 Aussteller aus 65 Ländern trafen auf Fachbesucher aus 161 Staaten.
Die interpack 2029 auf einen Blick
| Merkmal | Angaben |
|---|---|
| Termin | 10. bis 15. Juni 2029 |
| Messetage | Sonntag bis Freitag |
| Öffnungszeiten für Besucher | täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr |
| Veranstaltungsort | Messegelände Düsseldorf |
| Eingänge | Nord A, Nord B, Nord D, Ost und Süd |
| Hallen | Hallen 1 bis 17 sowie die temporären Hallen 18a und 18b |
| Turnus | alle drei Jahre |
| Veranstalter | Messe Düsseldorf GmbH |
| Zutritt | Registrierung als Fachbesucher erforderlich |
| Ticketpreise | noch nicht veröffentlicht |
| Ticketverkauf | Starttermin noch nicht bekannt |
| Schwerpunkt | Processing and Packaging |
| Datenstand | 6. August 2026 |
Die Hallenaufteilung nach Branchen, das vollständige Rahmenprogramm, die Ausstellerliste und die Ticketpreise für 2029 waren zum genannten Datenstand noch nicht veröffentlicht. Die Angaben sollten vor einem geplanten Besuch oder einer Messeteilnahme erneut auf der Veranstaltungsseite geprüft werden.
Was ist die interpack?
Die interpack ist eine internationale Fachmesse für die Verpackungsbranche und die verwandte Prozessindustrie. Ihr Angebot reicht von Verarbeitungs- und Verpackungsmaschinen über Packstoffe und Packmittel bis zu Komponenten, Software, Kennzeichnungstechnik, Qualitätskontrolle und Logistik.
Mit dem Zusatz „Processing and Packaging” macht die Messe deutlich, dass die Verarbeitung von Produkten ebenso zum Konzept gehört wie ihre Verpackung. Das ist besonders bei Lebensmitteln, Getränken, Süßwaren, Backwaren und pharmazeutischen Produkten relevant. Bevor ein Produkt verpackt werden kann, muss es beispielsweise gemischt, dosiert, geformt, abgefüllt, sterilisiert, gekühlt oder anderweitig verarbeitet werden. Viele Aussteller zeigen deshalb keine einzelne Verpackungsmaschine, sondern miteinander verbundene Prozessschritte.
Zur Zielgruppe gehören unter anderem:
- Hersteller von Verpackungs- und Verarbeitungsmaschinen
- Anbieter von Packstoffen und Packmitteln
- Produzenten von Lebensmitteln und Getränken
- Unternehmen aus Pharma und Medizintechnik
- Kosmetik- und Körperpflegehersteller
- Markenartikler und Handelsunternehmen
- Hersteller industrieller Güter
- Automatisierungs- und Softwareanbieter
- Komponentenhersteller
- Einkäufer, Produktionsleiter und technische Entscheider
Damit ist die interpack weder eine reine Materialmesse noch eine reine Maschinenveranstaltung. Ihre besondere Stellung entsteht durch die Verbindung von Technologieanbietern und industriellen Anwendern.
Neuer Termin und verkürzte Laufzeit ab 2029
Die interpack wechselt 2029 erstmals regulär in den Frühsommer. Gleichzeitig verkürzt sich die Laufzeit von sieben auf sechs Tage. Die neue Tagefolge reicht von Sonntag bis Freitag.
Nach Angaben der Messe Düsseldorf basiert die Anpassung auf intensiven Gesprächen mit den ausstellenden Unternehmen und wurde gemeinsam mit dem Messebeirat sowie internationalen Branchenverbänden beraten. Sie greift den Wunsch nach einer kompakteren Laufzeit auf, die hochwertige Kontakte und eine gezieltere Nutzung der Messezeit in den Mittelpunkt stellt.
Für Aussteller ergeben sich daraus mehrere praktische Veränderungen. Standbetrieb, Personalplanung, Maschinenvorführungen und Kundentermine müssen auf einen Messetag weniger verteilt werden. Gerade Unternehmen, die unterschiedliche internationale Vertriebsteams einsetzen oder umfangreiche Live-Demonstrationen durchführen, benötigen dadurch einen dichteren Zeitplan.
Auf- und Abbauzeiten, konkrete Hallenzuordnungen sowie das Veranstaltungsprogramm sollten erst eingeplant werden, wenn die offiziellen Angaben für 2029 vorliegen. Daten früherer Ausgaben lassen sich nicht ohne Weiteres auf das neue Format übertragen.
interpack 2026: Aussteller, Besucher und internationale Reichweite
Die interpack 2026 fand vom 7. bis 13. Mai auf dem vollständig belegten Düsseldorfer Messegelände statt. Nach der offiziellen Abschlussmeldung nahmen 2.804 Aussteller aus 65 Ländern an der interpack teil. Hinzu kamen rund 100 Unternehmen bei der parallel stattfindenden components. Die Fachbesucher reisten aus 161 Ländern an. Insgesamt kamen 75 Prozent der Besuchenden aus dem Ausland, 28 Prozent davon aus Übersee.
Die offizielle Abschlussmeldung nennt auf ihrer öffentlich zugänglichen Internetseite keine absolute Besucherzahl. Das Fachmedium LOGISTIK HEUTE berichtet von rund 127.000 Fachbesuchern.
Damit ergibt sich für 2026 folgendes Bild:
- 2.804 Aussteller der interpack
- rund 100 zusätzliche Unternehmen der components
- rund 127.000 Fachbesucher
- 65 Ausstellerländer
- 161 Besucherländer
- 75 Prozent Besucher aus dem Ausland, davon 28 Prozent aus Übersee
- vollständig belegtes Messegelände
Die Zahlen zeigen die stark internationale Besucher- und Ausstellerstruktur der interpack. Zugleich lag die Besucherzahl spürbar unter dem Niveau der vorherigen Veranstaltung. 2023 wurden 142.060 Besucher gezählt. Der Rückgang bis 2026 beträgt damit rund 10,6 Prozent.
Für die Einordnung sollte die Besucherentwicklung getrennt von den Ausstellerzahlen betrachtet werden. Aus den verfügbaren Zahlen lässt sich kein belastbarer Vergleich der Besucher je Aussteller ableiten, weil die offiziellen Veröffentlichungen für einzelne Ausgaben unterschiedliche Ausstellerwerte verwenden.
Ein voller Messestand ist deshalb nicht automatisch mit einem erfolgreichen Messeauftritt gleichzusetzen. Für ausstellende Unternehmen ist entscheidend, ob sie ihre Zielunternehmen erreichen, konkrete Projekte identifizieren und Kontakte systematisch in Vertriebschancen überführen.
Warum die veröffentlichten Ausstellerzahlen erklärungsbedürftig sind
Offizielle Abschlussmeldungen und Strukturdaten weisen für einzelne Ausgaben unterschiedliche Ausstellerwerte oder Bezugsgrößen aus. Dadurch wirken historische Vergleiche auf den ersten Blick widersprüchlich.
Die Abschlussmeldung zur interpack 2026 bezeichnet die Veranstaltung mit 2.804 interpack-Ausstellern als ausstellerseitig größte Ausgabe ihrer Geschichte. Ältere offizielle Strukturdaten nennen für 2017 jedoch 2.865 beziehungsweise 2.866 Aussteller.
Auch für 2023 existieren zwei unterschiedliche offizielle Werte: Die später veröffentlichten Strukturdaten weisen 2.728 Aussteller aus, während die Abschlussmeldung 2.809 ausstellende Unternehmen nennt. Zusätzlich nahmen 80 Unternehmen an der components teil.
Die Differenz für 2023 lässt sich nicht mit der components erklären: Die Abschlussmeldung nennt 2.809 ausstellende Unternehmen der interpack und führt die 80 Unternehmen der components separat auf, während die späteren Strukturdaten 2.728 Aussteller ausweisen. Die öffentlich verfügbaren Quellen erläutern die zugrunde liegende historische Erhebungs- oder Zählmethodik nicht eindeutig. Für 2026 weisen die später veröffentlichten Strukturdaten 2.905 Aussteller aus 64 Ländern aus und kennzeichnen diesen Wert ausdrücklich als Summe aus interpack und components.
Eine einfache Rangliste nach Ausstellerzahl wäre daher irreführend. Belastbar festhalten lässt sich:
- Die Abschlussmeldung 2026 nennt 2.804 interpack-Aussteller aus 65 Ländern
- Zusätzlich nennt die Abschlussmeldung rund 100 Unternehmen bei der components
- Die Strukturdaten 2026 weisen 2.905 Aussteller aus 64 Ländern für interpack und components gemeinsam aus
Offizielle Abschlussmeldungen und Strukturdaten sind wegen abweichender Werte und teilweise unterschiedlicher Bezugsgrößen nur eingeschränkt direkt vergleichbar; die Ursachen einzelner Differenzen sind öffentlich nicht vollständig dokumentiert. Für die Beurteilung der Messe ist diese Differenzierung sinnvoller als eine pauschale Rekordbehauptung.
Acht Anwenderbranchen bestimmen das Messekonzept
Die interpack ordnet ihr Angebot nicht ausschließlich nach Technologien. Ein wesentlicher Teil des Messekonzepts orientiert sich an acht industriellen Anwendergruppen: Lebensmittel, Getränke, Süßwaren, Backwaren, Pharma, Kosmetik, Non-Food und Industriegüter.
Lebensmittel
Produktschutz, Hygiene, Haltbarkeit, Rückverfolgbarkeit und hohe Produktionsgeschwindigkeiten stehen im Vordergrund. Dazu zählen Lösungen für Fleisch- und Wurstwaren, Milchprodukte, Tiefkühlkost, Fertiggerichte, Snacks, Trockenprodukte und frische Lebensmittel.
Getränke
Anlagen zum Abfüllen, Verschließen, Etikettieren, Kontrollieren und Verpacken, ergänzt um unterschiedliche Gebindeformen, Mehrwegsysteme, Transportverpackungen sowie Lösungen zur Reduzierung des Material- und Energieeinsatzes.
Süßwaren
Bei Schokolade, Bonbons, Riegeln und Snacks greifen Produktverarbeitung und Verpackung besonders eng ineinander. Dosierung, Formgebung, Kühlung, Zuführung und Verpackung müssen auf hohe Geschwindigkeiten und empfindliche Produkte abgestimmt werden.
Non-Food-Konsumgüter
Dieser Bereich reicht von Haushaltsprodukten und Elektroartikeln bis zu Körperpflege- und Reinigungsprodukten. Variantenvielfalt, Handelsanforderungen, E-Commerce und automatisierte Sekundärverpackungen prägen viele Anwendungen.
Backwaren
Hersteller industrieller Backwaren benötigen flexible Linien für unterschiedliche Produktgrößen, Rezepturen und Verpackungsformate. Frische, Produktschutz und schnelle Formatwechsel spielen dabei eine wichtige Rolle.
Pharma
Produktsicherheit, Validierung, Serialisierung, lückenlose Dokumentation und kontrollierte Produktionsbedingungen stehen im Mittelpunkt. Schon kleine Abweichungen können regulatorisch oder wirtschaftlich erhebliche Folgen haben.
Kosmetik
Kosmetikverpackungen müssen Funktion und Markenwirkung miteinander verbinden. Kleine Losgrößen, wechselnde Designs, hochwertige Oberflächen, Dosierlösungen und Primärverpackungen gehören zu den typischen Anforderungen.
Industriegüter
Industrieverpackungen schützen schwere, empfindliche oder wertvolle Produkte während Lagerung und Transport. Korrosionsschutz, Gefahrgut, Ladungssicherung und stabile Transportverpackungen haben hier eine größere Bedeutung als die Präsentation am Verkaufsregal.
Die acht Zielgruppen verdeutlichen, warum dieselbe technische Grundlösung je nach Anwendung vollständig anders ausgelegt sein kann. Eine Etikettiermaschine für Kosmetikprodukte erfüllt andere Anforderungen als eine Kennzeichnungslösung für Pharmaverpackungen oder Industriegüter.
Die gesamte Wertschöpfungskette auf einem Messegelände
Die interpack deckt weite Teile der industriellen Prozess- und Verpackungskette ab. Dazu gehören:
- Rohstoffe und Verpackungsmaterialien
- Entwicklung und Gestaltung von Packmitteln
- Packmittelherstellung und Converting
- Verarbeitung von Produkten
- Dosierung, Befüllung und Verschließen
- Primär-, Sekundär- und Transportverpackung
- Kennzeichnung und Etikettierung
- Qualitätskontrolle und Inspektion
- Rückverfolgbarkeit und Produktschutz
- Palettierung und innerbetrieblicher Transport
- Lagerung und Distribution
- Wiederverwendung, Sortierung und Recycling
Für Fachbesucher entsteht dadurch ein vergleichsweise vollständiger Marktüberblick. Ein Lebensmittelproduzent kann beispielsweise nicht nur eine Verpackungsmaschine beurteilen, sondern auch Materialien, Prüftechnik, Kennzeichnung, Robotik und nachgelagerte Transportlösungen vergleichen.
Für Aussteller liegt darin zugleich eine Herausforderung. Ein Sensor, eine Beschichtung oder eine Softwarelösung wirkt isoliert häufig abstrakt. Erfolgreiche Präsentationen zeigen deshalb, an welcher Stelle der Wertschöpfungskette das Angebot eingesetzt wird und welche konkrete Verbesserung es bewirkt.
Die drei Hot Topics der interpack 2026
Die interpack 2026 setzte drei offizielle Leitthemen, die branchenweite Entwicklungen bündelten. Welche Hot Topics die interpack 2029 offiziell festlegen wird, ist noch nicht veröffentlicht.
Smart Manufacturing
Produktionsumgebungen, in denen Maschinen, Sensoren, Steuerungen und Softwaresysteme Daten austauschen und Prozesse zunehmend selbstständig optimieren – von vorausschauender Wartung bis zu KI-gestützter Qualitätskontrolle. Entscheidend ist, ob neue Anlagen mit vorhandenen Maschinen und Datenstrukturen kommunizieren können.
Innovative Materials
Mehr als 1.000 Aussteller waren 2026 im Bereich Packmittel, Packstoffe und Packhilfsmittel vertreten, darunter Kunststoffe, Papier- und Faserlösungen, Beschichtungen, Folien, Verbundmaterialien, Monomaterialkonzepte und biobasierte Werkstoffe. Materialwechsel wirken sich häufig direkt auf Verarbeitungstechnik und Maschinenparameter aus.
Future Skills
Automatisierte und digitalisierte Anlagen erhöhen den Bedarf an Kompetenzen in Maschinenbau, Steuerungstechnik, Software, Datenanalyse und Prozessverständnis. Fehlende Kompetenzen können die Geschwindigkeit von Investitionen begrenzen.
components: Zuliefertechnik hinter den Verpackungsanlagen
Die components ergänzt die interpack um Lösungen für den Maschinen- und Anlagenbau. Sie richtet sich besonders an Unternehmen, die Verpackungs- und Verarbeitungsmaschinen entwickeln, konstruieren oder technisch ausrüsten. Zum Angebot gehören unter anderem:
- Antriebstechnik
- Steuerungssysteme
- Sensorik
- Industrielle Bildverarbeitung
- Robotik und Handhabungstechnik
- Software und Kommunikation
- Maschinenteile und Zubehör
- Peripheriegeräte
- Automatisierungssysteme
- Komponenten für die Packmittelproduktion
Die components wurde 2014 erstmals veranstaltet. 2023 nahmen 80 Unternehmen teil, zur Ausgabe 2026 waren es rund 100. Die Zuliefermesse erhielt 2026 erstmals zwei eigene temporäre Hallen.
Für Maschinenbauer ermöglicht dieses Format einen konzentrierten Vergleich technischer Komponenten. Anwender können dort zugleich nachvollziehen, welche Antriebe, Steuerungen, Sensoren und Softwarelösungen hinter den fertigen Verpackungsanlagen stehen.
Die Ausstellerzahlen der components sollten nicht ohne Kennzeichnung zu den Zahlen der interpack addiert werden. Offizielle Abschlussmeldungen und spätere Strukturdaten verwenden teilweise voneinander abweichende Werte; die genaue historische Erhebungs- bzw. Zählmethodik ist nicht für alle Ausgaben transparent dokumentiert.
Fachforen und Sonderformate ergänzen die Ausstellung
Die interpack 2026 bestand nicht nur aus Messeständen und Maschinenpräsentationen. Mehrere Formate ergänzten die Ausstellung um Wissenstransfer, Diskussionen und Nachwuchsförderung.
- SPOTLIGHT Forum: Kreislaufwirtschaft, Automatisierung, künstliche Intelligenz, Smart Packaging und regulatorische Entwicklungen
- SAVE FOOD Expert Talks: Produktschutz und Verringerung von Lebensmittelverlusten
- Women in Packaging: Austausch und Sichtbarkeit von Frauen in der Branche
- Start-up Zone: gebündelter Auftritt junger Unternehmen
- Young Talents Day: Nachwuchskräfte und Fachkräftegewinnung
Welche dieser Formate 2029 erneut stattfinden oder verändert werden, war noch nicht abschließend bestätigt.
Geschichte der interpack seit 1958
Die erste interpack wurde am 2. März 1958 in Düsseldorf eröffnet. 255 Unternehmen präsentierten ihre Angebote vor 32.544 Besuchern. Bereits die zweite Ausgabe im Jahr 1960 wuchs auf 515 Aussteller und 55.670 Besucher. Mit dieser Veranstaltung etablierte sich auch der Drei-Jahres-Rhythmus.
Die frühe Entwicklung spiegelte das Wachstum der Konsumgüter- und Verpackungsindustrie. Neue Materialien, steigende Produktionsmengen und eine zunehmende Automatisierung erweiterten das Angebot der Messe.
Das damalige Messegelände an der Fischerstraße konnte mit der steigenden Nachfrage der ausstellenden Branchen nicht mehr Schritt halten. Besonders die Weltleitmessen drupa, K und interpack benötigten zusätzliche Kapazitäten. Bei der K 1967 konnten nach Angaben der Messe Düsseldorf 20 Prozent der Ausstellerwünsche wegen Platzmangels nicht erfüllt werden.
Am 20. September 1968 beschloss der Düsseldorfer Stadtrat einstimmig die Verlegung des Messegeländes nach Stockum. Die Grundsteinlegung erfolgte am 26. August 1969. In knapp zwei Jahren entstand die erste Ausbaustufe mit zwölf Hallen und rund 108.000 Quadratmetern Hallennutzfläche. Am 20. August 1971 wurde das neue Gelände offiziell übergeben. Die interpack fand dort 1973 erstmals statt.
In den folgenden Jahrzehnten griff die interpack immer wieder Veränderungen der Branche auf: zunehmende Automatisierung, computergestützte Maschinensteuerung, Umwelt- und Recyclingfragen, flexible Produktion und kleinere Losgrößen, Digitaldruck, Rückverfolgbarkeit, Produktsicherheit, Lebensmittelverluste sowie Digitalisierung und vernetzte Produktion.
2014 feierte die components ihre Premiere. 2017 erreichte die interpack nach den damaligen offiziellen Strukturdaten 2.865 beziehungsweise 2.866 Aussteller und 170.899 Besucher.
Die ursprünglich für Mai 2020 geplante Ausgabe wurde wegen der Coronavirus-Pandemie zunächst auf den Zeitraum vom 25. Februar bis 3. März 2021 verschoben. Am 3. Dezember 2020 sagte die Messe Düsseldorf sowohl die interpack als auch die components 2021 ab.
Erst 2023 konnte die Branche wieder in Düsseldorf zusammenkommen. Die Strukturdaten dieser Ausgabe weisen 2.728 interpack-Aussteller und 142.060 Besucher aus. In der Abschlussmeldung wurden 2.809 ausstellende Unternehmen genannt, hinzu kamen 80 Unternehmen der components.
2026 folgten 2.804 interpack-Aussteller und rund 100 components-Unternehmen. Mit dem neuen Termin und der verkürzten Laufzeit beginnt 2029 ein weiterer Abschnitt in der Entwicklung der Messe.
Warum Düsseldorf zum Profil der interpack passt
Die interpack benötigt nahezu das vollständige Düsseldorfer Messegelände. Große Verpackungs- und Verarbeitungsanlagen, umfangreiche Materialausstellungen, technische Sonderflächen und internationale Besucherströme stellen hohe Anforderungen an Hallen, Logistik und Verkehrsanbindung.
Die Eingänge Nord A, Nord B, Nord D, Ost und Süd ermöglichen eine Verteilung der Besucher auf unterschiedliche Geländebereiche. Die Nähe zum Flughafen ist bei einer Messe mit Besuchern aus mehr als 160 Ländern ein wichtiger Standortfaktor. Hinzu kommen die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, große Logistikflächen und die Erfahrung des Standorts mit internationalen Investitionsgütermessen.
Eine ausführliche Einordnung von Hallen, Flächen, Anreise, Infrastruktur und weiteren Leitmessen bietet der Beitrag zum Messestandort Düsseldorf.
Was einen interpack-Messestand besonders anspruchsvoll macht
Ein Auftritt auf der interpack unterscheidet sich in mehreren Punkten von einer Messe, auf der überwiegend kleine Produkte oder reine Dienstleistungen präsentiert werden.
Maschinen benötigen Platz und sichere Laufwege
Verpackungs- und Verarbeitungsanlagen können mehrere Meter lang und hoch sein. Hinzu kommen Materialzuführung, Schutzvorrichtungen, Ausgabebereiche und technische Anschlüsse. Der Stand muss das Exponat sichtbar machen, darf jedoch weder Verkehrswege noch Beratungsflächen blockieren.
Livevorführungen zeitlich organisieren
Eine laufende Maschine erzeugt Aufmerksamkeit, Geräusche und Bewegung und benötigt zugleich Material, Bedienpersonal und gegebenenfalls Reinigungs- oder Umrüstzeiten. Feste Vorführungszeiten helfen, Besucherströme zu bündeln.
Materiallösungen benötigen reale Muster
Bei Packstoffen reichen allgemeine Aussagen zu Nachhaltigkeit, Barrierewirkung oder Verarbeitbarkeit selten aus. Hilfreich sind verpackte Originalprodukte, Materialquerschnitte, Vergleichsmuster, Erläuterungen zum Schichtaufbau sowie Angaben zur maschinellen Verarbeitung.
Software muss verständlichen Nutzen zeigen
Dashboards und bewegte Bildschirme erzeugen noch keine verständliche Aussage. Geeignete Beispiele sind die Erkennung eines Qualitätsfehlers, die Verringerung einer Stillstandszeit, ein schnellerer Formatwechsel oder die Rückverfolgung eines einzelnen Produkts.
Internationale Besucher erwarten klare Kommunikation
Bei einem internationalen Besucheranteil von 75 Prozent sollten die wichtigsten Aussagen mindestens auf Deutsch und Englisch verfügbar sein. Das Standteam sollte vorab festlegen, wer Gespräche in welcher Sprache übernimmt.
Marktforschung als eigenständiger Messewert
Über direkte Vertriebskontakte hinaus lässt sich beobachten, welche Materialien und Automatisierungsfunktionen an Bedeutung gewinnen, wie Wettbewerber sich positionieren und welche Probleme Anwender besonders häufig ansprechen. Strukturiert dokumentiert, liefern diese Erkenntnisse Hinweise für Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb.
Für die Planung von Zielen, Standkonzept, Personal und Nachbereitung steht der Messe-Ratgeber von displayhersteller als kostenloser Download zur Verfügung. Weitere Veranstaltungen lassen sich im Messekalender von displayhersteller vergleichen.
Häufig gestellte Fragen zur interpack Düsseldorf
Wann findet die nächste interpack statt?
Die nächste interpack findet vom 10. bis 15. Juni 2029 auf dem Messegelände Düsseldorf statt.
Wie lange dauert die interpack 2029?
Die Ausgabe 2029 dauert erstmals sechs statt sieben Tage. Sie beginnt am Sonntag und endet am Freitag.
Welche Öffnungszeiten gelten?
Die Besucheröffnungszeiten und alle weiteren organisatorischen Eckdaten sind in der Übersicht am Anfang dieses Beitrags aufgeführt.
Wie viele Aussteller hatte die interpack 2026?
An der interpack selbst nahmen 2.804 Aussteller aus 65 Ländern teil. Hinzu kamen rund 100 Unternehmen bei der components.
Wie viele Besucher kamen 2026?
Das Fachmedium LOGISTIK HEUTE berichtet von rund 127.000 Fachbesuchern aus 161 Ländern. Die offizielle Online-Abschlussmeldung nennt die Herkunftsländer und internationalen Anteile, veröffentlicht dort aber keine absolute Besucherzahl.
Warum unterscheiden sich manche Ausstellerzahlen?
Offizielle Abschlussmeldungen und spätere Strukturdaten weisen teilweise unterschiedliche Ausstellerzahlen aus. Für 2023 lässt sich die Differenz nicht durch die components erklären, weil diese in der Abschlussmeldung separat genannt wird. Die zugrunde liegende historische Zählmethodik ist öffentlich nicht für jede Ausgabe eindeutig dokumentiert.
Welche Branchen stehen im Mittelpunkt?
Die acht Kernbranchen sind Lebensmittel, Getränke, Süßwaren, Backwaren, Pharma, Kosmetik, Non-Food-Konsumgüter und Industriegüter.
Was bedeutet Processing and Packaging?
Processing bezeichnet die Verarbeitung eines Produkts vor oder während des Verpackungsprozesses. Packaging umfasst Packmittel, Materialien, Maschinen und die eigentliche Verpackung. Auf der interpack werden beide Bereiche gemeinsam betrachtet.
Was ist die components?
Die components ist eine parallel stattfindende Zuliefermesse für Antriebe, Steuerungen, Sensorik, Software, Automatisierung und weitere Bestandteile von Verpackungs- und Verarbeitungsmaschinen.
Ist die interpack eine Fachmesse? Wie häufig findet sie statt?
Ja, die interpack richtet sich an Fachbesucher, für den Zutritt ist eine Registrierung erforderlich. Sie findet grundsätzlich alle drei Jahre statt.
Fazit: Die interpack zeigt Verpackung als Gesamtsystem
Die interpack ist nicht allein wegen ihrer Größe eine bedeutende Branchenveranstaltung. Ihre Stärke liegt in der Verbindung mehrerer Märkte, die im industriellen Alltag voneinander abhängig sind: Maschinen, Materialien, Automatisierung, Software, Produktschutz, Kennzeichnung und Logistik treffen auf die Anforderungen von acht großen Anwenderbranchen.
Die Ausgabe 2026 zeigte eine hohe Ausstellerzahl und eine außergewöhnlich internationale Besucherstruktur. Gleichzeitig ging die absolute Besucherzahl gegenüber 2023 zurück. Für Aussteller erhöht das die Bedeutung einer klaren Positionierung, vorab vereinbarter Termine und einer konsequenten Nachbereitung.
Bei historischen Ausstellerzahlen ist Vorsicht erforderlich. Offizielle Abschlussmeldungen und spätere Strukturdaten weisen teilweise unterschiedliche Werte und Bezugsgrößen aus. Die Ursachen einzelner Abweichungen sind öffentlich nicht vollständig dokumentiert. Eine einfache Rekordrangliste würde diese Unterschiede verdecken.
Mit dem neuen sechstägigen Format beginnt 2029 ein weiterer Entwicklungsschritt. Inhaltlich bleibt die interpack eine Messe, auf der sich technologische Entwicklung, regulatorischer Wandel und industrielle Investitionsentscheidungen besonders deutlich beobachten lassen.
Quellenangabe
1. Messe Düsseldorf / interpack: „Daten & Fakten”, Veranstaltungsdatum, Öffnungszeiten, Eingänge, Hallen, Registrierung und Ticketstatus der interpack 2029, abgerufen am 6. August 2026. https://www.interpack.de/de/Besuchen/Das_erwartet_Sie/Daten_Fakten
2. Messe Düsseldorf / interpack: „interpack 2026 setzt globales Signal für die Branche”, offizielle Abschlussmeldung, Mai 2026, abgerufen am 6. August 2026. https://www.interpack.de/de/Pressemeldungen/interpack_2026_setzt_globales_Signal_f%C3%BCr_die_Branche
3. LOGISTIK HEUTE: Sandra Lehmann: „interpack 2026: Verpackungsmesse begrüßt so viele Aussteller wie noch nie”, 13. Mai 2026, abgerufen am 6. August 2026. https://logistik-heute.de/news/interpack-2026-verpackungsmesse-begruesst-so-viele-aussteller-wie-noch-nie-263852.html
4. Messe Düsseldorf / interpack: „interpack begeistert die globale Processing- und Packaging-Branche”, Abschlussmeldung vom Mai 2023, sowie „Strukturdaten interpack 2023″, abgerufen am 6. August 2026. https://www.interpack.de/de/Pressemeldungen/interpack_begeistert_die_globale_Processing-_und_Packaging-Branche
5. Messe Düsseldorf / interpack: „Strukturdaten interpack 2017″ und „interpack 2017: 170.899 Besucher sorgen für volle Auftragsbücher der Aussteller”, abgerufen am 6. August 2026. https://www.interpack.de/de/Strukturdaten_2017
6. Messe Düsseldorf / interpack: „interpack 2026 ist ausgebucht – Hot Topics stehen fest”, Informationen zu Smart Manufacturing, Innovative Materials, Future Skills und den Anwenderbranchen, abgerufen am 6. August 2026. https://www.interpack.de/de/Pressemeldungen/interpack_2026_ist_ausgebucht_%E2%80%93_Hot_Topics_stehen_fest
7. Messe Düsseldorf / interpack: „Materialien, Packstoffe und Packhilfsmittel: Die ganze Vielfalt für alle Anwendungen auf der interpack 2026″, abgerufen am 6. August 2026. https://www.interpack.de/de/Pressemeldungen/Materialien%2C_Packstoffe_und_Packhilfsmittel_Die_ganze_Vielfalt_f%C3%BCr_alle_Anwendungen_auf_der_interpack_2026
8. neue verpackung: Simone Podieh: „Die Geschichte der interpack”, veröffentlicht am 2. Mai 2018, abgerufen am 6. August 2026. https://www.neue-verpackung.de/markt/die-geschichte-der-interpack/2251576
9. Messe Düsseldorf: „50 Jahre Messegelände in Stockum – ein Meilenstein der Düsseldorfer Stadtentwicklung”, abgerufen am 6. August 2026. https://www.messe-duesseldorf.de/de/Presse/Newsroom/50_Jahre_Messegel%C3%A4nde_in_Stockum_%E2%80%93_ein_Meilenstein_der_D%C3%BCsseldorfer_Stadtentwicklung
10. Messe Düsseldorf / interpack: „Coronavirus: interpack 2020 wird verschoben” und „Covid-19: interpack und components 2021 finden nicht statt”, veröffentlicht am 13. März bzw. 3. Dezember 2020, abgerufen am 6. August 2026. https://www.interpack.de/de/Pressemeldungen/Coronavirus_interpack_2020_wird_verschoben
11. Messe Düsseldorf / interpack: „Strukturdaten interpack 2026″, Angaben zu 2.905 Ausstellern aus 64 Ländern für interpack + components, abgerufen am 7. August 2026. https://www.interpack.de/de/Ausstellen/Messeteilnahme/Strukturdaten_interpack_2026
12. Messe Düsseldorf / interpack: „interpack 2029: Frühsommertermin und neues Laufzeitmodell”, offizielle Pressemeldung vom 1. Juli 2026, abgerufen am 7. August 2026. https://www.interpack.de/cgi-bin/md_interpack/lib/pub/tt.cgi?lang=1&oid=94567&ticket=g_u_e_s_t
13. Titelbild: Blick auf 2029. Credit: Messe Düsseldorf / ctillmann
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