Zuletzt aktualisiert am 11. August 2026 von Selin Alica
Wer nach der Messe Dortmund sucht, stößt fast zwangsläufig auch auf die Westfalenhallen. Beide Begriffe gehören zum selben Standort, bezeichnen aber nicht dasselbe. Die Messe Dortmund organisiert Fach-, Publikums- und Gastmessen in neun Messehallen. Die denkmalgeschützte Westfalenhalle ist dagegen eine eigenständige Konzert-, Sport- und Eventarena. Kongress Dortmund ergänzt den Standort um Tagungsräume, Säle, Gastronomie und Veranstaltungsleistungen. Übergeordnet ist die kommunale Westfalenhallen Unternehmensgruppe, deren alleinige Gesellschafterin die Stadt Dortmund ist.1, 2, 3
Diese Unterscheidung ist entscheidend, weil Kennzahlen sonst schnell vermischt werden: Hallenfläche, Veranstaltungszahl, Besucheraufkommen und Umsatz beziehen sich je nach Veröffentlichung entweder auf das Messegeschäft, die Arena, den Kongressbereich oder die gesamte Unternehmensgruppe. Gerade 2026 ist eine aktuelle Einordnung nötig. Nach dem Rekordjahr 2025 beginnt der Standort das größte zusammenhängende Infrastrukturprojekt seiner 100-jährigen Unternehmensgeschichte. Zwei neue Messehallen, ein Eingang Süd und ein weiteres Kongresszentrum sollen den südlichen Geländebereich bis 2030 grundlegend verändern.4, 5, 6
Messe Dortmund auf einen Blick: aktuelle Kennzahlen
Die aktuelle Geländeübersicht weist neun klimatisierte Messehallen mit Grundflächen zwischen rund 1.800 und 10.000 Quadratmetern aus. Zusammen stehen nach heutiger Betreiberangabe rund 60.000 Quadratmeter Bruttofläche zur Verfügung. Die Westfalenhalle ist dabei nicht automatisch Teil dieser neun Messehallen; bei einzelnen Messekonzepten kann sie zusätzlich einbezogen werden.1, 2
| Kennzahl | Aktueller Stand |
|---|---|
| Messehallen | 9 klimatisierte Hallen |
| Bruttofläche Messe | rund 60.000 m² |
| Einzelne Hallengrößen | ca. 1.800 bis 10.000 m² |
| Messeveranstaltungen 2025 | 88 |
| Aussteller im Messebereich 2025 | 9.378 |
| Besuchende im Messebereich 2025 | mehr als 701.000 |
| Veranstaltungen im Kongressbereich 2025 | 658 mit mehr als 102.000 Teilnehmenden |
| Veranstaltungen der Westfalenhalle 2025 | 162 mit rund 936.000 Besuchenden |
| Besuchende der gesamten Gruppe 2025 | rund 1,7 Millionen |
| Umsatz der Unternehmensgruppe 2025 | 76,4 Mio. Euro |
| Maximale Kapazität der Westfalenhalle | bis zu 16.140 Personen, abhängig von der Konfiguration |
Die Leistungsdaten für 2025 stammen aus dem Geschäftsbericht der Unternehmensgruppe. Die Messe Dortmund war mit 41,3 Millionen Euro der größte Umsatzträger. Die Westfalenhalle GmbH erreichte 17,0 Millionen Euro, Kongress Dortmund 14,9 Millionen Euro. Für die gesamte Gruppe ergibt sich ein Rekordumsatz von 76,4 Millionen Euro und damit ein Plus von 14,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.4
Auch die Kapazitätsangabe der Arena muss aktualisiert werden. Die aktuelle deutschsprachige Betreiberseite nennt bis zu 16.140 Personen. Der Wert ist kein fester Sitzplatzbestand, sondern hängt von Bühne, Innenraumnutzung, Bestuhlung und Sicherheitskonzept der jeweiligen Veranstaltung ab.15
Ein Standort, vier Organisationseinheiten
Der Name „Westfalenhallen” wird im Alltag häufig für das gesamte Areal verwendet. Organisatorisch besteht der Standort jedoch aus einer Muttergesellschaft und drei operativen Tochtergesellschaften. Diese Struktur erklärt, warum auf verschiedenen Webseiten unterschiedliche Zahlen und Ansprechpartner erscheinen.
Westfalenhallen Unternehmensgruppe GmbH: Die Muttergesellschaft bündelt zentrale Aufgaben. Dazu gehören technische Services, kaufmännische Funktionen, Marketing und Vertrieb sowie Unternehmensentwicklung. Alleinige Gesellschafterin ist die Stadt Dortmund.3
Messe Dortmund GmbH: Sie entwickelt, organisiert und betreut Eigen- und Gastmessen. Ihr Schwerpunkt liegt auf Fachmessen, Publikumsmessen und spezialisierten Veranstaltungsformaten. In Einzelfällen kann sie neben den neun Messehallen auch die Westfalenhalle in ein Messekonzept integrieren.2
Kongress Dortmund GmbH: Sie verantwortet das Kongress-, Tagungs- und Gastronomiegeschäft des Standorts. Das Kongresszentrum ist unmittelbar mit Hallen und Veranstaltungsbereichen verbunden, sodass Ausstellungen, Vorträge, Empfänge und Catering innerhalb eines zusammenhängenden Komplexes kombiniert werden können.1, 3
Westfalenhalle GmbH: Sie betreibt die traditionsreiche Arena für Konzerte, Shows, Sportereignisse und weitere Großveranstaltungen. Die Halle ist denkmalgeschützt und kann abhängig von der Veranstaltung bis zu 16.140 Personen aufnehmen.15
Die Namen der operativen Gesellschaften wurden 2019 vereinfacht. Aus der Messe Westfalenhallen Dortmund wurde die Messe Dortmund, während der Veranstaltungsbereich fortan als Westfalenhalle GmbH und der Kongressbereich als Kongress Dortmund GmbH auftrat. Gleichzeitig erhielt das Gelände eine neue Hallennummerierung.7
Gelände und Hallen: kompakt, verbunden und unterschiedlich gewachsen
Ein wesentlicher Standortvorteil ist die räumliche Kompaktheit. Das Messeensemble erstreckt sich nach Betreiberangaben über eine Grundfläche von etwa 300 mal 750 Metern. Die Hallen liegen höchstens rund 200 Meter vom Haupteingang entfernt und sind über umbaute Übergänge verbunden. Einfahrtsmöglichkeiten aus mehreren Himmelsrichtungen erleichtern die Anlieferung, während direkt angeschlossene Kongress- und Tagungsräume kombinierte Formate ermöglichen.1
Die Hallen sind jedoch kein einheitlich errichteter Neubaukomplex. Sie entstanden in unterschiedlichen Jahrzehnten und unterscheiden sich bei Deckenhöhen, Traglasten, Zugängen, Stützenrastern und technischen Anschlüssen. Für Aussteller und Veranstalter ist deshalb der konkrete Hallenplan wichtiger als eine allgemeine Standortbeschreibung. Eine Fläche von 3.000 Quadratmetern kann in einer kompakten Halle ganz anders funktionieren als innerhalb einer größeren, unterteilten Belegung.
Die aktuelle Geländeübersicht nennt rund 60.000 Quadratmeter Bruttofläche in neun Messehallen. Die Westfalenhalle wird dabei nicht pauschal mitgerechnet, kann laut Messe Dortmund aber bei einzelnen Messekonzepten zusätzlich einbezogen werden.1, 2
Für die Anreise stehen zahlreiche Parkmöglichkeiten direkt am Messegelände und im Umfeld zur Verfügung. Da Kapazitäten und Zufahrten je nach Veranstaltung variieren können, sollten Besucher und Aussteller vor dem Termin die aktuellen Verkehrs- und Parkplatzhinweise der jeweiligen Messe prüfen.1, 14
Von 1925 bis heute: die Entwicklung der Westfalenhallen
Die Geschichte des Standorts begann 1925. Am 3. März wurde die Westfalenhalle AG in das Handelsregister eingetragen; am 28. November eröffnete die erste Westfalenhalle. Die Halle diente anfangs unter anderem Reit- und Radsportveranstaltungen, Ausstellungen und politischen Versammlungen. Bereits in den ersten Jahren fanden dort große Verbraucherausstellungen und Fachmessen statt. Die ANUGA von 1927 brachte Dortmund einen außergewöhnlich starken Besucherzulauf und zeigt, dass Messe- und Arenageschichte von Beginn an miteinander verbunden waren.7, 8
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die ursprüngliche Halle zerstört. Die neue Westfalenhalle wurde am 2. Februar 1952 eröffnet. Der Wiederaufbau hatte über die wirtschaftliche Funktion hinaus eine gesellschaftliche Bedeutung: In seiner Eröffnungsrede stellte der damalige Oberbürgermeister Fritz Henßler die Halle in den Dienst von Demokratie, Begegnung und Gemeinschaft.9
Die Westfalenhalle prägt den Standort seit ihrer Wiedereröffnung 1952.In den folgenden Jahrzehnten wuchs rund um die Arena ein Messe- und Kongressstandort. 1959 standen bereits sechs Hallen mit insgesamt 20.000 Quadratmetern zur Verfügung. Halle 6 folgte 1985, Halle 7 im Jahr 1989 und Halle 8 im Jahr 1996. Mitte der 2000er-Jahre kam die damalige Halle 3B hinzu, die nach der Umnummerierung von 2019 heute Halle 3 heißt. Mit der Erweiterung stieg die Messefläche schrittweise auf den heutigen Umfang.7
Ein weiterer Modernisierungsschritt war der Eingang Nord. Die 4.500 Quadratmeter große gläserne Eingangshalle wurde am 27. März 2019 eröffnet. Zusammen mit einer neuen Besucherpassage, einem veränderten Wegeleitsystem und der neuen Hallennummerierung sollte sie den gewachsenen Komplex verständlicher und leistungsfähiger machen.7
2025 feierte die Unternehmensgruppe ihr 100-jähriges Bestehen. Das Jubiläum markierte zugleich einen Übergang: Der historische Standort erzielte seinen höchsten Umsatz, während die Planung für den größten Umbau seiner Geschichte konkretisiert wurde.4, 6
Stalag VI D: Geschichte, archäologische Funde und Verantwortung
Zur Standortgeschichte gehört ein Kapitel, das nicht zwischen Konzert- und Messeanekdoten verschwinden darf. Von September 1939 bis April 1945 bestand auf dem Gelände und im Umfeld der damaligen Westfalenhalle das Kriegsgefangenenlager Stalag VI D. Gefangene waren in der Halle und in Baracken des früheren Volksparks untergebracht. Viele wurden zu Arbeitseinsätzen in Zechen, Hüttenwerken und der Rüstungsindustrie in Dortmund und weiteren Teilen Westfalens gezwungen.10
Vor dem Bau der neuen Hallen untersuchten Archäologen 2026 den südlichen Geländebereich. Dabei kamen deutlich mehr und besser erhaltene Spuren zum Vorschein als erwartet. Freigelegt wurden bauliche Strukturen und Wegeführungen; hinzu kamen persönliche Gegenstände wie Schuhe, Arzneifläschchen und Münzen. Die Funde ermöglichen es, das Lager nicht nur anhand schriftlicher Unterlagen, sondern auch als konkrete räumliche Struktur zu erforschen.10
Die Stadt Dortmund stuft den Ort als international bedeutend ein. Ausbau und Erinnerungskultur sollen deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, wie die historischen Spuren dauerhaft vermittelt und mit dem Neubau verbunden werden können. Nach dem im Juni 2026 veröffentlichten Stand bleibt die Fertigstellung des Ausbauprojekts bis 2030 realistisch.11
Für die öffentliche Darstellung ist eine saubere Trennung der Zahlen besonders wichtig. Die Zahl der dem Lager zugeordneten Menschen ist nicht mit der Zahl der gleichzeitig auf dem Gelände untergebrachten Gefangenen gleichzusetzen. Ebenso sollten Opferzahlen nur mit eindeutigem Bezugsrahmen und belastbarer wissenschaftlicher Grundlage genannt werden. Entscheidend ist die gesicherte historische Verantwortung: Der moderne Veranstaltungsstandort steht auf einem Gelände, auf dem Menschen entrechtet, festgehalten und zur Arbeit gezwungen wurden.
Messeprofil: Fachmessen, Publikumsmessen und neue Themenmärkte
Das Dortmunder Portfolio verbindet etablierte Eigenveranstaltungen mit Gastmessen und spezialisierten Formaten. Dadurch richtet sich der Standort nicht an eine einzige Branche, sondern an sehr unterschiedliche Fach- und Publikumsgruppen. Zu den prägenden Eigenveranstaltungen gehören die JAGD & HUND, das Messeduo InterTabac und InterSupply, die boe international, die elektrotechnik und die CREATIVA. Zusammen decken sie unter anderem Jagd und Natur, Tabakwarenproduktion und -handel, Veranstaltungstechnik, Elektrotechnik sowie kreative Freizeitmärkte ab.2
Die wirtschaftliche Logik dieser Formate unterscheidet sich deutlich. InterTabac und InterSupply sind international ausgerichtete Fachveranstaltungen mit klarer Branchenfokussierung. Die elektrotechnik adressiert Fachbetriebe, Planung, Industrie und Gebäudetechnik. Die boe international verbindet Eventdienstleister, Technik, Ausstattung und Live-Kommunikation. JAGD & HUND und CREATIVA erreichen dagegen große Endkundengruppen, ohne ihren fachlichen Teil vollständig zu verlieren.
Mit BUILDINX und HEATEXPO entwickelt die Messe Dortmund außerdem jüngere Themenplattformen. BUILDINX richtet sich auf Logistik- und Industrieimmobilien und erweitert ihr Profil um Rechenzentren. HEATEXPO behandelt die Wärme- und Kälteversorgung und damit einen Markt, der stark von Infrastrukturumbau, kommunaler Wärmeplanung und Dekarbonisierung geprägt ist. Die Geschäftsbilanz 2025 nennt für beide Formate eine positive Entwicklung und strategische Schärfung.4
Daneben prägen Gastveranstaltungen das Programm. Sie reichen von Branchenmessen über Ausbildung und Karriere bis zu Modellbau, Mobilität, Kunst und Communityformaten. Eine statische Aufzählung wäre schnell veraltet. Für die konkrete Planung finden Unternehmen und Besucher aktuelle Messetermine im Messekalender.
Wirtschaftliche Bedeutung für Dortmund und die Region
Über die Unternehmensumsätze hinaus verweisen Stadt und Unternehmensgruppe auf eine ifo-Studie zur regionalen Wirkung. Demnach entstehen pro Euro Umsatz der Westfalenhallen Unternehmensgruppe 4,30 Euro Umsatz in Dortmund. Genannt werden außerdem rund 200.000 Übernachtungen pro Jahr, rund 40 Millionen Euro Umsatz für Gastronomie und Handel, etwa 2.200 Arbeitsplätze in der Region sowie eine bundesweite Kaufkraftwirkung von mehr als 493 Millionen Euro.5, 6
Die Wirkung endet nicht am Hallentor. Fachbesucher, Aussteller, Crews und Kongressteilnehmer benötigen Hotels, Gastronomie, Transport, Handwerk, Technik, Sicherheit und weitere Dienstleistungen. Bei publikumsstarken Formaten kommen Einzelhandel und Freizeitangebote hinzu. Wie groß dieser Effekt im Einzelfall ist, hängt allerdings von Herkunft, Aufenthaltsdauer und Ausgabeverhalten der Teilnehmenden ab. Eine internationale Fachmesse mit mehrtägigem Aufenthalt kann pro Kopf stärkere regionale Ausgaben auslösen als eine eintägige Publikumsveranstaltung mit überwiegend lokalem Einzugsgebiet.
Besonders ist die räumliche Nachbarschaft zu Signal Iduna Park, Stadion Rote Erde, Eissportzentrum und weiteren Einrichtungen entlang der Strobelallee. Sie stärkt die Wahrnehmung als zusammenhängender Veranstaltungsbezirk, erzeugt bei Parallelterminen aber auch Nutzungskonkurrenz bei Verkehr, Parkraum, Hotels und Gastronomie. Wirtschaftliche Stärke und operative Komplexität liegen deshalb dicht beieinander.
Ausbau bis 2030: zwei neue Hallen, Eingang Süd und Kongresszentrum
Im Mai 2026 stellten Stadt und Unternehmensgruppe das konkrete Ausbauprojekt für den südlichen Geländeteil vor. Geplant sind zwei neue Messehallen mit 5.000 und 10.000 Quadratmetern, ein Eingang Süd an der Strobelallee und ein zusätzliches Kongresszentrum. Für das im Mai 2026 vorgestellte Ausbauprojekt wird ein Investitionsvolumen von rund 215 Millionen Euro genannt.5, 6
Der Ausbau schafft nicht lediglich mehr Fläche. Er soll die Wegeführung und die gleichzeitige Nutzung des Areals neu ordnen. Ergänzend zur nördlichen Passage ist eine Ost-West-Besucherachse vorgesehen. Mit den Eingängen Nord, West und künftig Süd können Besucherströme differenzierter verteilt und parallele Veranstaltungen klarer voneinander getrennt werden.5, 6
Für Fachmessen gewinnt zugleich die Verbindung von Ausstellung und Kongress an Bedeutung. Produkte werden nicht mehr nur auf Ständen gezeigt; sie werden in Konferenzen, Workshops, Demonstrationen und Networkingformaten eingeordnet. Ein zusätzliches Kongresszentrum kann diese Kombination erleichtern und getrennte Zugänge für unterschiedliche Teilveranstaltungen schaffen.
Das Projekt muss jedoch auf die archäologischen Funde reagieren. Die Untersuchungen am Stalag VI D haben den Planungsraum um eine erinnerungskulturelle Aufgabe erweitert. Nach aktuellem Stand soll die Planung so angepasst werden, dass die historische Bedeutung dauerhaft vermittelt werden kann, ohne das Gesamtvorhaben aufzugeben. Die Stadt hält den Zielhorizont 2030 weiterhin für realistisch; konkrete Bauabläufe können sich im Verlauf der Untersuchungen und Genehmigungen verändern.11
Der Ausbau ersetzt damit ältere, allgemeinere Zukunftsszenarien. Für Veranstalter und Aussteller ist nun ein konkretes Projekt relevant: zusätzliche Hallenflächen, ein neuer südlicher Zugang, ein zweites Kongresszentrum und eine veränderte Besucherachse. Bis zur Fertigstellung bleibt der Standort zugleich ein laufender Veranstaltungsbetrieb, bei dem sich Zufahrten, Parkflächen und Wegeführungen phasenweise ändern können.
Nachhaltigkeit und barrierefreie Nutzung
Die Unternehmensgruppe verwendet nach eigener Angabe seit Anfang 2021 Ökostrom. Auf modernisierten Dachflächen werden Photovoltaikanlagen integriert. Hinzu kommen Wärmerückgewinnung in Messehallen, LED-Umrüstungen, Gebäudeleittechnik, Mehrweglösungen und die schrittweise Erweiterung der Ladeinfrastruktur.12
Das Messegelände ist nach Betreiberangaben für Rollstuhlnutzende zugänglich und nach „Reisen für Alle” geprüft. Die Hallen 4 bis 8 sind miteinander verbunden und ebenerdig, höher gelegene Hallen- und Kongressbereiche werden über Aufzüge erschlossen. Behindertengerechte Sanitäranlagen arbeiten mit dem Eurokey-System; mehrere Konferenzräume besitzen induktive Höranlagen. Das Wegeleitsystem berücksichtigt Kontrast und Verständlichkeit.13
Anreise: gute Netzanbindung, aber hohe Belastung bei Parallelterminen
Die Messe Dortmund liegt südlich der Innenstadt an der B1. Über die A1, A2, A40, A42, A44 und A45 ist der Standort aus verschiedenen Richtungen erreichbar. Für Navigationssysteme empfiehlt der Betreiber die Adresse Rheinlanddamm 200, 44139 Dortmund.14
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestehen Verbindungen über die Stadtbahnstation Westfalenhallen und den Bahnhof Dortmund Signal-Iduna-Park. Welche Verbindung am sinnvollsten ist, hängt vom Eingang und von der konkreten Veranstaltung ab. Gerade bei großen Messen, Konzerten oder Heimspielen kann die Auslastung erheblich steigen.
Die unmittelbare Nachbarschaft zum Signal Iduna Park ist daher Vorteil und Risiko zugleich. Sie macht den Veranstaltungsbezirk bekannt und gut erschlossen. Treffen jedoch Messe, Arena-Event und Fußballspiel zusammen, erhöhen sich Verkehrsaufkommen, Nachfrage nach Hotelzimmern und Belastung der Parkflächen. Aussteller sollten solche Überschneidungen bereits bei Hotelbuchung, Anlieferfenstern und Personalplanung berücksichtigen. Der Betreiber weist selbst darauf hin, dass parallel stattfindende Veranstaltungen zu Verzögerungen führen können.14
Was Aussteller am Standort Dortmund konkret beachten sollten
Die kompakte Anlage verkürzt Wege, erhöht aber zugleich den Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Besucher können innerhalb kurzer Zeit mehrere Hallen erreichen. Ein Stand muss deshalb bereits aus dem Hauptgang klar vermitteln, welches Unternehmen dort ausstellt, welches Problem gelöst wird und ob sich ein Gespräch lohnt. Überladene Fernwirkung verliert in einem dichten Hallenverbund schneller als eine präzise, aus mehreren Metern verständliche Botschaft.
Die unterschiedlich alten Hallen verlangen eine veranstaltungsspezifische Planung. Standhöhe, Abhängungen, Bodenbelastung, Tore, Brandschutz, Stromversorgung und Auf- und Abbauzeiten dürfen nicht aus allgemeinen Standortdaten abgeleitet werden. Verbindlich sind ausschließlich die technischen Richtlinien und Ausstellerunterlagen der jeweiligen Messe. Auch die Lage zum Eingang, zu Hallenübergängen und zum Fachprogramm beeinflusst, ob ein offener Inselstand, ein kompakter Reihenstand oder ein modular erweiterbares Konzept sinnvoll ist.
Bei Publikumsmessen müssen robuste Materialien, Stauraum und eine schnelle Besucherführung stärker gewichtet werden. Internationale Fachmessen benötigen dagegen häufig ruhige Gesprächszonen, verständliche Produktdemonstrationen und mehrsprachige Information. Veranstaltungen wie die boe international stellen wiederum hohe Anforderungen an die eigene Inszenierung, weil viele Aussteller selbst aus Eventtechnik, Messebau und Live-Kommunikation kommen.
Mobile und modulare Messestände sind besonders dann sinnvoll, wenn ein Unternehmen mehrere Dortmunder Formate oder wechselnde Hallengrößen bespielt. Elemente können an unterschiedliche Standflächen angepasst und in anderen Städten weiterverwendet werden. Entscheidend bleibt, dass das System die technischen Vorgaben der konkreten Messe erfüllt und nicht erst beim Aufbau an Hallenzugänge oder zulässige Bauhöhen angepasst werden muss.
Für die Vorbereitung bündelt der große Messe-Ratgeber zum Download zentrale Fragen zu Zielsetzung, Standplanung, Organisation und Nachbereitung. Er ersetzt nicht die Dortmunder Ausstellerunterlagen, hilft aber dabei, die standortspezifischen Angaben rechtzeitig in einen vollständigen Projektplan zu überführen.
Fazit
Ein gewachsener Standort vor dem größten Umbau seiner Geschichte
Die Messe Dortmund ist kein isoliertes Messegelände am Stadtrand, sondern Teil eines eng verbundenen Veranstaltungsbezirks aus Messehallen, Kongresszentrum und Westfalenhalle. Seine Stärke liegt in kurzen Wegen, einem breiten Veranstaltungsportfolio und der Möglichkeit, Messe, Fachprogramm und Großevent miteinander zu kombinieren.
Die aktuellen Zahlen zeigen eine hohe Auslastung: 88 Veranstaltungen und mehr als 701.000 Besuchende im Messebereich, 162 Arena-Veranstaltungen und insgesamt rund 1,7 Millionen Gäste im Jahr 2025. Gleichzeitig muss der Standort seine Geschichte differenziert erzählen – vom Aufbruch der 1920er-Jahre über Zerstörung und Wiederaufbau bis zum Stalag VI D und den archäologischen Funden von 2026.4, 10
Mit zwei neuen Hallen, Eingang Süd und zusätzlichem Kongresszentrum beginnt nun die nächste Entwicklungsphase. Sie wird Kapazität, Wegeführung und die Kombination paralleler Formate verändern. Für Aussteller und Veranstalter bleibt Dortmund damit ein leistungsfähiger, aber genau zu planender Standort: kompakt, stark genutzt und bis 2030 sichtbar im Umbau.
Quellenangabe
- Messe Dortmund: Geländeübersicht: Messehallen, Flächen, Wege und Parkbereiche, Abruf 06.08.2026, https://www.messe-dortmund.de/gelaende-services/gelaendeuebersicht/
- Messe Dortmund: Über uns: Messeprofil, Portfolio und Aufgaben der Messe Dortmund GmbH, Abruf 06.08.2026, https://www.messe-dortmund.de/die-messe-dortmund/ueber-uns/
- Westfalenhallen Unternehmensgruppe GmbH: Über uns: Unternehmensstruktur und Gesellschafterin, Abruf 06.08.2026, https://www.westfalenhallen-gruppe.de/unternehmen/ueber-uns/
- Westfalenhallen Unternehmensgruppe GmbH: Höchster Umsatz der Geschichte: Westfalenhallen Unternehmensgruppe erzielt 76,4 Mio. Euro Umsatz, 02.07.2026, https://www.westfalenhallen-gruppe.de/pressebereich/pressemitteilungen/detail/hoechster-umsatz-der-geschichte-westfalenhallen-unternehmensgruppe-erzielt-764-mio-euro-umsatz/
- Stadt Dortmund: Top-Standort für Messen, Kongresse, Events: Dortmund baut die Westfalenhallen der Zukunft, 06.05.2026, https://www.dortmund.de/newsroom/nachrichten-dortmund.de/top-standort-fuer-messen-kongresse-events-dortmund-baut-die-westfalenhallen-der-zukunft.html
- Westfalenhallen Unternehmensgruppe GmbH: Größtes Infrastrukturprojekt der Unternehmensgeschichte stärkt die Westfalenhallen, 06.05.2026, https://www.westfalenhallen-gruppe.de/pressebereich/pressemitteilungen/detail/groesstes-infrastrukturprojekt-der-unternehmensgeschichte-staerkt-die-westfalenhallen/
- Westfalenhallen Unternehmensgruppe GmbH: Geschichte der Westfalenhallen und Chronik der Messe Dortmund, Abruf 06.08.2026, https://www.westfalenhallen-gruppe.de/unternehmen/geschichte/
- Stadt Dortmund: Westfalenhalle: Geschichte der Strobelallee, Abruf 06.08.2026, https://www.dortmund.de/themen/freizeit-und-kultur/sport-und-erlebnismeile-strobelallee/die-geschichte-der-strobelallee/westfalenhalle/
- Stadt Dortmund: Gemeinschaft: Rede zur Eröffnung der neuen Westfalenhalle am 2. Februar 1952, Abruf 06.08.2026, https://www.dortmund.de/themen/dortmund-historisch/zeitzeichen-dortmund/gemeinschaft/
- Stadt Dortmund: Archäologen graben Überreste des Kriegsgefangenenlagers an den Westfalenhallen aus, 29.05.2026, https://www.dortmund.de/newsroom/presse-mitteilungen/archaeologen-graben-ueberreste-des-kriegsgefangenenlagers-an-den-westfalenhallen-aus.html
- Stadt Dortmund: So geht es mit den Funden des Kriegsgefangenenlagers an den Westfalenhallen weiter, 30.06.2026, https://application.dortmund.de/newsroom/nachrichten-dortmund.de/so-geht-es-mit-den-funden-des-kriegsgefangenlagers-an-den-westfalenhallen-weiter.html
- Westfalenhallen Unternehmensgruppe GmbH: Nachhaltige Verantwortung, Abruf 06.08.2026, https://www.westfalenhallen-gruppe.de/unternehmen/nachhaltige-verantwortung/
- Messe Dortmund: Barrierefreier Zugang am Messeplatz Dortmund, Abruf 06.08.2026, https://www.messe-dortmund.de/gelaende-services/barrierefrei/
- Messe Dortmund: Anreise und Parkmöglichkeiten, Abruf 06.08.2026, https://www.messe-dortmund.de/gelaende-services/anreise/
- Westfalenhalle Dortmund: Über uns: Kapazität und Veranstaltungsprofil, Abruf 06.08.2026, https://www.westfalenhalle.de/die-westfalenhalle/ueber-uns/
- Westfalenhalle Dortmund: Barrierefrei: Zugang, Sitzplätze und Rollstuhlplätze, Abruf 06.08.2026, https://www.westfalenhalle.de/besucherservices/barrierefrei/
- Titelbild: https://www.messe-dortmund.de/news-media/pressemitteilungen/
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