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Zuletzt aktualisiert am 10. August 2026 von Selin Alica

Auf der EMO Hannover werden Werkzeugmaschinen nicht isoliert betrachtet. Bearbeitungszentren, Präzisionswerkzeuge, Roboter, Messtechnik, Steuerungen, Software und Materialfluss bilden zunehmend ein zusammenhängendes Produktionssystem. Für Fachbesucher entsteht dadurch ein internationaler Vergleich von Technologien, die darüber entscheiden, wie präzise, automatisiert und wirtschaftlich industrielle Bauteile gefertigt werden können.

Die letzte EMO Hannover fand vom 22. bis 26. September 2025 statt. Nach FKM-geprüften AUMA-Daten nahmen 1.629 Aussteller aus 44 Ländern teil; gezählt wurden 77.575 Besuchereintritte, davon 40.237 aus dem Ausland.¹¹ Die nächste Veranstaltung der EMO-Reihe wird vom 4. bis 8. Oktober 2027 in Mailand ausgerichtet. Hannover folgt 2029; ein genauer Termin für diese Ausgabe ist mit Stand vom 7. August 2026 noch nicht veröffentlicht.² ¹⁴

Damit ist eine häufige Terminfrage früh beantwortet: 2027 findet keine EMO in Hannover statt. Die nächste EMO Hannover ist für 2029 vorgesehen.

Inhaltsverzeichnis

EMO Hannover auf einen Blick

Merkmal Angaben
Veranstaltung EMO Hannover – Weltleitmesse für Produktionstechnologie
Letzter Termin 22.–26. September 2025
Nächster EMO-Termin EMO Milano 2027, 4.–8. Oktober 2027 (Mailand)
Nächste EMO Hannover 2029, genauer Termin noch nicht veröffentlicht
Veranstaltungsort Deutsche Messe, Hannover
Veranstalter Hannover VDW – Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken
Markeninhaber Cecimo, europäischer Verband der Werkzeugmaschinenindustrie
Turnus alle zwei Jahre, im Wechsel Hannover und Mailand
Erste EMO 1975 in Paris; erstmals in Hannover 1977
Aussteller 2025 1.629 aus 44 Ländern
Besucher 2025 (Eintritte) 77.575, davon 40.237 aus dem Ausland
Messedauer 2025 fünf Tage
Leitthemen 2025 Automation, Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, offene Schnittstellen, Nachhaltigkeit, additive Fertigung

Die Angaben zu Ausstellern und Besuchern beziehen sich auf die zuletzt durchgeführte Ausgabe 2025; Termine für 2027 und 2029 stehen teilweise noch nicht endgültig fest.

Was ist die EMO Hannover?

Die EMO Hannover ist eine internationale Fachmesse für Produktionstechnologie mit besonderem Schwerpunkt auf der industriellen Metallbearbeitung. Die Abkürzung geht auf den französischen Namen „Exposition Mondiale de la Machine-Outil” zurück. Sinngemäß bedeutet dies Werkzeugmaschinen-Weltausstellung.

Die Marke EMO gehört dem europäischen Verband der Werkzeugmaschinenindustrie Cecimo. Die Veranstaltung in Hannover wird seit 1977 vom Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, kurz VDW, organisiert. Die Mailänder Ausgabe verantwortet der italienische Werkzeugmaschinenverband UCIMU.² ³

Die EMO Hannover ist als internationale Fachmesse für Produktionstechnologie konzipiert. Ihr Angebot und Rahmenprogramm richten sich vor allem an berufliche Anwender, Entscheider, Unternehmen, Forschung und Industrie; der Zutritt ist jedoch nicht ausschließlich Fachbesuchern vorbehalten.¹¹ Zu den besonders wichtigen Besucherbranchen gehören:

  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Automobilindustrie und Zulieferer
  • metallverarbeitende Industrie
  • Werkzeug- und Formenbau
  • Luft- und Raumfahrt
  • Feinmechanik und Optik
  • Medizintechnik
  • Elektrotechnik und Elektronik
  • Stahl- und Leichtbau
  • Energie- und Antriebstechnik
  • industrielle Lohnfertigung

Der Begriff Werkzeugmaschinenmesse beschreibt die Veranstaltung deshalb nur teilweise. Zwar bilden Maschinen zum Drehen, Fräsen, Bohren, Schleifen, Erodieren und Umformen weiterhin den Kern. Ihr wirtschaftlicher Nutzen hängt jedoch immer stärker von Automatisierung, Software, Datenverfügbarkeit, Werkzeugen, Spanntechnik, Qualitätssicherung und Materialfluss ab.

Die nächsten EMO-Termine im Überblick

Der reguläre Veranstaltungszyklus sieht grundsätzlich zweimal Hannover und anschließend einmal Mailand vor. Für den Zeitraum bis 2031 wurde die Reihenfolge jedoch vorübergehend verändert. Der VDW verständigte sich mit Cecimo und UCIMU auf folgende Austragungsorte:²

Veranstaltung Austragungsort Termin
EMO Hannover 2025 Hannover 22.–26. September 2025
EMO Milano 2027 Mailand 4.–8. Oktober 2027
EMO Hannover 2029 Hannover genauer Termin noch nicht veröffentlicht
EMO Milano 2031 Mailand genauer Termin noch nicht veröffentlicht

Nach der Mailänder Veranstaltung 2031 soll die EMO zum bewährten Zyklus Hannover – Hannover – Mailand zurückkehren.²

Die Entscheidung für Hannover fiel nach einer rund zweijährigen Ausschreibungsrunde mit zwei Messegesellschaften. Der VDW entschied sich schließlich für die Fortsetzung der langjährigen Zusammenarbeit mit der Deutschen Messe. Ausschlaggebend waren nach Angaben des Verbands die Perspektiven für die gemeinsame Weiterentwicklung des EMO-Konzepts und die Kontinuität am Standort Hannover.²

Welche Produkte und Technologien werden auf der EMO gezeigt?

Die offizielle Aussteller- und Produktsuche der EMO gliedert das Angebot in acht Hauptgruppen: Werkzeugmaschinen; Sonstige Maschinen; Präzisionswerkzeuge; Bauteile, Baugruppen, Zubehör; Messtechnik und Qualitätssicherung; Software, Fertigungs- und Prozessautomatisierung; Additive Verfahren; Dienstleistungen.⁴

Werkzeugmaschinen

Das Angebot reicht von kompakten Maschinen für spezialisierte Werkstätten bis zu großen, vollständig automatisierten Produktionssystemen: Drehmaschinen und Drehzentren, Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren, Bohrmaschinen und Bohrwerke, Schleif-, Hon- und Läppmaschinen, Verzahnmaschinen, Säge- und Trenntechnik, Erodiermaschinen, Laser- und Strahlbearbeitung sowie Umform- und Blechbearbeitungsmaschinen. Im Mittelpunkt steht zunehmend die Prozessintegration: Statt Bauteile nacheinander auf mehreren Anlagen zu bearbeiten, kombinieren moderne Maschinen Drehen, Fräsen, Schleifen, Messen oder additive Schritte in einer Aufspannung.

Präzisionswerkzeuge und Spanntechnik

Werkzeuge bestimmen Bearbeitungszeit, Oberflächenqualität, Maßhaltigkeit und Werkzeugkosten. Entsprechend stark vertreten sind Bohr-, Dreh-, Fräs-, Räum-, Gewinde- und Schleifwerkzeuge sowie Beschichtungen, Werkzeugaufnahmen und Spannsysteme. Auch digitales Werkzeugmanagement mit automatisierter Ausgabe und Zustandsüberwachung gewinnt an Bedeutung, um Maschinenstillstände durch fehlende oder falsch vorbereitete Werkzeuge zu vermeiden.

Messtechnik und Qualitätssicherung

Je höher der Automatisierungsgrad, desto wichtiger wird die Kontrolle innerhalb des laufenden Prozesses: Koordinatenmessmaschinen, optische und taktile Messsysteme, Werkzeugmessgeräte, Oberflächen- und Formmesstechnik, Sensoren, Bildverarbeitung sowie statistische Qualitätsauswertung. Messdaten fließen zunehmend direkt in Steuerungen und Software zurück, damit Prozesse automatisch korrigiert oder fehlerhafte Bauteile früh erkannt werden können.

Software und Fertigungsautomation

Zum Angebot gehören CNC-, CAD-, CAM-, MES- und PPS-Lösungen ebenso wie Software für Simulation, Wartung, Werkzeugmanagement und Produktionsplanung. Hinzu kommen Roboter, Palettensysteme, fahrerlose Transportsysteme, Werkstückspeicher und automatische Be- und Entladeeinrichtungen. Damit bildet die EMO einen großen Teil der industriellen Prozesskette ab: vom Rohmaterial über Bearbeitung, Transport und Prüfung bis zur dokumentierten Auslieferung.

EMO Hannover 2025: die wichtigsten Kennzahlen

Für den direkten Vergleich nutzt die folgende Tabelle die FKM-geprüften Kennzahlen von AUMA.¹¹ ¹²

Kennzahl EMO Hannover 2023 EMO Hannover 2025
Aussteller 1.838 1.629
Ausstellernationen 46 44
Besucher (Eintritte) 92.159 77.575
davon Ausland 47.922 40.237
Messedauer sechs Tage fünf Tage
Austragungszeitraum 18.–23. September 22.–26. September

2025 lagen sowohl die Ausstellerzahl als auch die Zahl der Besuchereintritte unter dem Ergebnis von 2023. Der Vergleich ist jedoch nur eingeschränkt direkt: Die Messe dauerte 2025 fünf statt sechs Tage und fand in einer Phase zurückhaltender Industrieinvestitionen statt. Gleichzeitig blieb die internationale Reichweite hoch.¹ ¹¹ ¹²

Für Aussteller ist daher nicht allein die Gesamtzahl entscheidend. Wichtiger sind die vertretenen Branchen, Funktionen, Herkunftsmärkte und konkreten Investitionsvorhaben.

Was die Besucherstruktur über die Qualität der Messe aussagt

Die EMO erreicht nicht nur technische Fachkräfte. Mehr als die Hälfte der 2025 befragten Besucher gehörte nach Angaben des VDW zum oberen oder mittleren Management und verfügte über Entscheidungskompetenz bei Beschaffungen. 93 Prozent gaben an, ihre Besuchsziele erreicht zu haben. 98 Prozent bewerteten die Messe mit sehr gut bis befriedigend.¹

Auch die Investitionsbereitschaft unterschied sich nach Herkunft. Bei Besuchern aus dem außereuropäischen Ausland erklärten mehr als 60 Prozent, investieren zu wollen. Unter den deutschen Besuchern lag dieser Anteil bei weniger als der Hälfte. Der VDW führte diese Differenz auf die schwächere Inlandsnachfrage und die zugleich positivere Entwicklung ausländischer Bestellungen zurück.¹

Bereits die Besucherbefragung von 2023 hatte die Investitionsrelevanz der Messe gezeigt:

  • Knapp 60 Prozent der Besucher waren Führungskräfte oder kamen aus dem Top-Management
  • Nahezu die Hälfte besaß Entscheidungskompetenz für Einkauf und Beschaffung
  • Rund die Hälfte reiste mit einem konkreten Investitionsvorhaben an
  • Die geplante Investitionssumme lag im Durchschnitt bei knapp drei Millionen Euro
  • Mehr als ein Viertel hatte bereits während der Messe Aufträge erteilt
  • Ein weiteres Viertel plante eine Auftragsvergabe nach der Veranstaltung

Diese Werte sind keine Erfolgsgarantie für jeden Aussteller.⁵ Sie zeigen jedoch, dass auf der EMO technische Diskussionen häufig mit realen Modernisierungs-, Kapazitäts- oder Beschaffungsprojekten verbunden sind.

Automatisierung entwickelt sich zum bestimmenden Messethema

Automatisierung gehörte 2025 zu den Themen mit der höchsten Besuchernachfrage. Rund 50 Prozent der befragten Fachbesucher interessierten sich dafür, wie sich ihre Fertigung durch Automatisierung produktiver gestalten lässt. Etwa 140 Roboterhersteller waren auf der Messe vertreten.¹

Dabei geht es längst nicht mehr nur um einen Roboter, der Rohteile in eine Maschine einlegt. Moderne Systeme verbinden mehrere Ebenen:

  • Ein Werkstück wird aus einem Speicher entnommen
  • Ein Roboter oder automatisiertes Handlingsystem belädt die Maschine
  • Werkzeuge und Bearbeitungsprogramme werden automatisch zugeordnet
  • Sensoren überwachen Prozess, Temperatur und Werkzeugzustand
  • Messsysteme kontrollieren das Bauteil
  • Software passt Parameter an oder leitet Abweichungen weiter
  • Ein fahrerloses Transportsystem bringt das Werkstück zum nächsten Arbeitsschritt

Auf der EMO 2025 zeigten Aussteller unter anderem automatisierte Maschinenzellen, Palettenspeicher, autonome Transportsysteme und integrierte Fertigungslinien. Bei einem großen Werkzeugmaschinenhersteller liefen 33 von mehr als 40 ausgestellten Maschinen automatisiert. Andere Anbieter präsentierten Systeme, die Werkstücke und Werkzeuge selbstständig zwischen Lager und Maschine transportieren.⁶

Der wirtschaftliche Hintergrund ist eindeutig: Unternehmen wollen Maschinen länger produktiv betreiben, Rüstzeiten senken und den Mangel an qualifizierten Fachkräften ausgleichen. Gleichzeitig darf Automatisierung nicht zum unflexiblen Selbstzweck werden. Besonders bei kleinen Losgrößen muss sie sich schnell umrüsten und an wechselnde Bauteile anpassen lassen.

Künstliche Intelligenz erreicht die industrielle Anwendung

Mehr als ein Drittel der Fachbesucher wollte sich 2025 über Digitalisierung und künstliche Intelligenz informieren.¹ Die Messe zeigte, dass KI in der Produktion zunehmend konkrete Aufgaben übernimmt:

  • Erkennung von Prozessabweichungen
  • Auswertung großer Mengen von Sensordaten
  • Optimierung von Bearbeitungsparametern
  • Prognose von Werkzeugverschleiß
  • Vorausschauende Wartung
  • Unterstützung bei der Angebotserstellung
  • Erstellung oder Optimierung von CNC-Programmen
  • Bedien- und Serviceassistenz
  • Automatisierte Qualitätskontrolle

Im AI Hub der EMO demonstrierten Forschungspartner der Technischen Universität Berlin, des Karlsruher Instituts für Technologie und der RWTH Aachen verschiedene KI-Anwendungen. Zum Konzept gehörte außerdem der Chatbot EMIL, der Besuchern passende KI-Lösungen der Aussteller und deren mögliche Einsatzfelder erschließen sollte.⁷

Der technische Abschlussbericht nennt auch digitale Assistenten für Maschinenbedienung, Wartung und Produktionsplanung. Solche Systeme können Bedienpersonal durch konkrete Arbeitsschritte führen, Dokumentationen durchsuchen oder bei der Fehlerdiagnose helfen. Andere KI-Modelle analysieren Produktionsdaten, erkennen Muster und unterstützen eine Anpassung der laufenden Prozesse.⁶

Für industrielle Anwender entscheidet jedoch nicht die Bezeichnung KI über den Nutzen. Relevant sind nachvollziehbare Verbesserungen: weniger Ausschuss, kürzere Einrichtzeiten, stabilere Prozesse, höhere Verfügbarkeit oder eine schnellere Fehlerbehebung.

Offene Schnittstellen verbinden Maschinen, Komponenten und Software

Vernetzte Produktion funktioniert nur, wenn Maschinen und Systeme Daten in einer verständlichen Form austauschen. Proprietäre Insellösungen erschweren dagegen die Verbindung unterschiedlicher Hersteller.

Eine wichtige Initiative ist umati, die „universal machine technology interface”. Sie wurde vom VDW angestoßen und 2019 auf der EMO Hannover erstmals in größerem Umfang präsentiert. Unter dem Dach von VDW und VDMA entwickelt die internationale Gemeinschaft standardisierte Informationsmodelle auf Grundlage von OPC UA. Damit sollen Werkzeugmaschinen, Komponenten, Software und weitere Produktionstechnologien leichter miteinander kommunizieren können.⁸

Für Anwender geht es dabei nicht um eine abstrakte Normungsfrage. Einheitlich beschriebene Maschinendaten erleichtern beispielsweise:

  • Die herstellerübergreifende Zustandsüberwachung
  • Die Erfassung von Lauf- und Stillstandszeiten
  • Die Anbindung an Produktionsleitsysteme
  • Die Wartungsplanung
  • Den Energievergleich
  • Die Rückverfolgung von Bauteilen
  • Die Einbindung neuer Maschinen in bestehende Fabriken

Auf der EMO lassen sich solche Schnittstellen nicht nur theoretisch diskutieren. Besucher können prüfen, welche Daten eine Maschine tatsächlich bereitstellt, wie aufwendig die Anbindung ist und ob das System mit vorhandener Software zusammenarbeitet.

Nachhaltigkeit wird zur Frage der Produktivität

In der Metallbearbeitung hängen ökologische und wirtschaftliche Effizienz eng zusammen. Energie, Material, Werkzeuge, Kühlschmierstoffe und Maschinenlaufzeit verursachen direkte Kosten. Lösungen, die Ressourcen sparen, können daher sowohl Emissionen als auch Stückkosten reduzieren. Auf der EMO 2025 wurden unter anderem folgende Ansätze sichtbar:

  • Energieoptimierte Maschinen und Antriebe
  • Bedarfsgerechte Kühlmittelversorgung
  • Minimale oder trockene Schmierung
  • Längere Werkzeugstandzeiten
  • Prozessintegration statt mehrerer Maschinenwechsel
  • Zustandsüberwachung und vorausschauende Wartung
  • Wiederaufbereitung von Werkzeugen und Komponenten
  • Retrofit bestehender Maschinen
  • Digitale Erfassung von Energie- und Materialverbräuchen
  • Additive Fertigung materialeffizienter Bauteile

Ein Beispiel aus der Forschung betraf die Steuerung des Kühlmittelflusses: Wird nur die tatsächlich benötigte Kühlmittelmenge gefördert, können nach Angaben eines beteiligten Wissenschaftlers bis zu 95 Prozent der Pumpenergie und bis zu 60 Prozent des gesamten Energieverbrauchs des betrachteten Produktionssystems eingespart werden.¹

Solche Werte lassen sich nicht pauschal auf jede Maschine übertragen. Sie zeigen aber, weshalb Nachhaltigkeit in der Produktion zunehmend über messbare Prozessdaten statt über allgemeine Absichtserklärungen bewertet wird.

Additive Fertigung ergänzt die klassischen Verfahren

Additive Verfahren haben die spanende Bearbeitung nicht ersetzt. Sie erweitern vielmehr die mögliche Prozesskette. Komplexe Rohteile können schichtweise aufgebaut und anschließend durch Fräsen, Drehen oder Schleifen auf die notwendige Maß- und Oberflächengüte gebracht werden.

Auf der EMO 2025 wurden unter anderem Laser Powder Bed Fusion (LPBF), Hochgeschwindigkeits-Laserauftragschweißen (HS DED-LB), 3D-Siebdruck und Liquid Metal Printing mit Aluminium gezeigt.⁶ Die Beispiele verdeutlichen die Bandbreite additiver Verfahren von pulverbasierter Metallfertigung über Beschichtungs- und Auftragstechniken bis zu pulverlosen Ansätzen. Besonders interessant ist additive Fertigung bei:

  • Komplexen inneren Geometrien
  • Leichtbauteilen
  • Kleinen Stückzahlen
  • Individualisierten Komponenten
  • Reparaturen und Materialauftrag
  • Funktionsintegrierten Bauteilen
  • Schwer zerspanbaren Werkstoffen

Für Fachbesucher bietet die EMO die Möglichkeit, den vollständigen Ablauf zu vergleichen: Datenvorbereitung, Material, Aufbauprozess, Wärmebehandlung, Nachbearbeitung, Messung und Qualitätssicherung.

Von der Werkzeugmaschinenschau zur vernetzten Produktion

Die Wurzeln der EMO reichen bis zur Europäischen Werkzeugmaschinen-Ausstellung zurück, die ab 1951 wechselnd in Belgien, Italien, Frankreich und Deutschland veranstaltet wurde. 1975 ersetzte die international ausgerichtete EMO die bis dahin europäisch geprägte Veranstaltung. Die Premiere fand in Paris statt. Rund 1.400 Aussteller belegten etwa 94.000 Quadratmeter Nettoausstellungsfläche.⁹

Zwei Jahre später kam die EMO erstmals nach Hannover. Mehr als 1.600 Aussteller aus 27 Ländern präsentierten sich auf knapp 117.000 Quadratmetern Nettofläche. Bereits damals zeigte sich, dass Hersteller nicht mehr ausschließlich einzelne Maschinen, sondern zunehmend vollständige Lösungen und Produktionssysteme anbieten wollten.⁹ Die Entwicklung der Messe folgt seitdem den technologischen Veränderungen der Industrie:

Die Geschichte der EMO ist daher weniger eine Abfolge immer leistungsfähigerer Maschinen als eine Entwicklung von der einzelnen Werkzeugmaschine zur vernetzten, automatisierten und datenbasierten Fabrik.

1970er- und 1980er-Jahre: NC und CNC

Programmierbare Steuerungen lösten mechanische Kurvenscheiben, Nockenwellen und Kopiereinrichtungen ab. Aus der numerischen Steuerung entwickelte sich die computergestützte CNC-Technik. Maschinen konnten flexibler programmiert und für wechselnde Bauteile eingesetzt werden.

1980er- und 1990er-Jahre: integrierte Fertigung

CAD, CAM, Sensorik und rechnerintegrierte Produktion rückten in den Vordergrund. Werkzeugmaschinen wurden mit Robotern, Messplätzen, Transporttechnik und übergeordneten Rechnern verbunden.

2000er-Jahre: Effizienz und digitale Dienste

Hochgeschwindigkeitsbearbeitung, Minimalmengenschmierung und energieeffiziente Prozesse gewannen an Bedeutung. Gleichzeitig entstanden digitale Wartungs-, Diagnose- und Simulationsangebote.

2010er-Jahre: Industrie 4.0

Maschinen wurden stärker vernetzt. Cloudplattformen, digitale Zwillinge, Echtzeitdaten und offene Schnittstellen veränderten die Produktionsplanung und den Service. 2019 wurde umati auf der EMO einem internationalen Fachpublikum vorgestellt.⁸

2020er-Jahre: KI und autonome Abläufe

Künstliche Intelligenz, flexible Robotik und autonome Materialflüsse erweitern die Digitalisierung. Die Maschine wird zu einem Bestandteil eines datenbasierten Produktionssystems, das sich selbst überwacht und teilweise eigenständig optimiert.

Weshalb Hannover für die EMO wichtig bleibt

Große Werkzeugmaschinen, Roboterzellen und Fertigungslinien stellen besondere Anforderungen an Hallenboden, Logistik und Medienversorgung. Die technischen Richtlinien der Deutschen Messe dokumentieren für die Hallen unter anderem zulässige Boden- und Punktlasten sowie Anschlüsse für Strom, Wasser und Druckluft.¹³

Damit bietet Hannover eine Infrastruktur, die für schwere und technisch anspruchsvolle Exponate ausgelegt ist. Der VDW hob bei der Standortentscheidung für 2029 außerdem die langjährige Zusammenarbeit mit der Deutschen Messe und die gemeinsame Weiterentwicklung des EMO-Konzepts hervor.²

Weitere Informationen zu Hallen, Verkehrsanbindung, Kongressmöglichkeiten und dem Veranstaltungsportfolio enthält der Beitrag über den Messestandort Hannover.

Die Größe des Geländes erhöht zugleich den Planungsbedarf. Besucher sollten relevante Maschinen, Technologiefelder und Gesprächstermine deshalb vorab nach Hallen und Prozessketten ordnen.

Was Aussteller auf der EMO überzeugend zeigen müssen

Auf der EMO reicht sichtbare Technik allein nicht aus. Fachbesucher wollen nachvollziehen können, welchen Unterschied eine Maschine, Automationslösung oder Software im konkreten Produktionsprozess macht.

Technik im Prozess zeigen

Besonders aussagekräftig sind Demonstrationen, die den Weg vom Rohteil bis zum geprüften Bauteil zeigen und dabei Rüstzeit, Bearbeitungsfolge, Messstrategie und Automatisierung transparent machen. Bei Investitionsgütern sollte außerdem früh geklärt werden, welches Fertigungsproblem gelöst werden soll – etwa Werkstückspektrum, Losgrößen, Toleranzen, gewünschter Automationsgrad und benötigte Schnittstellen. Aussagen zu Taktzeit, Energieverbrauch oder Standzeit benötigen nachvollziehbare Bezugsgrößen.

Für die vertiefte Planung von Personal, Kommunikation, Budget und Nachbereitung steht der Messe-Ratgeber von displayhersteller als Download zur Verfügung.

Wie Fachbesucher die EMO für Investitionsentscheidungen nutzen können

Die Vielzahl der Maschinen und Lösungen macht einen ungeplanten Rundgang wenig effizient. Eine sinnvolle Vorbereitung beginnt mit dem eigenen Fertigungsproblem und den dafür relevanten Anbietern.

Vor dem Besuch sollten Unternehmen insbesondere Bauteile, Werkstoffe, Losgrößen, gewünschte Automatisierung, vorhandene Schnittstellen sowie Anforderungen an Service und Ersatzteilversorgung definieren.

Die offizielle Aussteller- und Produktsuche ermöglicht es, Anbieter nach Produkten, Ländern und Technologiefeldern zu filtern. Besucher können Aussteller, Produkte und Programmpunkte in einer Merkliste speichern und direkte Kontakte oder Termine vorbereiten.¹⁰

Für die Investitionsentscheidung sind neben technischen Höchstwerten vor allem reale Bearbeitungszeit, Rüstaufwand, Bedienbarkeit, Energie- und Medienverbrauch, Messstrategie, Automationsfähigkeit, Software- und Schnittstellenkosten sowie Service und Erweiterbarkeit relevant.

Weitere industrielle Veranstaltungen und Produktionstechnik-Termine lassen sich über den Messekalender von displayhersteller in die Jahresplanung einordnen.

Chancen und Grenzen der EMO Hannover

Die Stärke der EMO liegt in ihrer internationalen Marktabdeckung und der Verbindung von Werkzeugmaschinen, Werkzeugen, Software, Messtechnik und Automatisierung. Dadurch lassen sich zahlreiche Anbieter und Lösungsansätze innerhalb weniger Tage direkt vergleichen. Für Aussteller eröffnet dies den Zugang zu technischen Entscheidern, Einkäufern und internationalen Partnern.

Die Messe ersetzt jedoch weder die technische Prüfung beim Kunden noch eine belastbare Vertriebsqualifizierung.

Chancen

  • Internationale Marktabdeckung mit Ausstellern aus 44 Ländern
  • Direkter Vergleich von Maschinen, Werkzeugen, Software und Automatisierung
  • Zugang zu Entscheidern mit Beschaffungskompetenz
  • Reale Investitionsvorhaben statt reiner Informationsbesuche

Grenzen

  • Ersetzt nicht die technische Prüfung beim Kunden vor Ort
  • Ersetzt keine belastbare Vertriebsqualifizierung
  • Maschinenprojekte haben oft lange Entscheidungszyklen
  • Ein hoher Besucheranteil garantiert nicht automatisch passende Projekte

Der wirtschaftliche Nutzen sollte daher nicht allein an unmittelbar abgeschlossenen Verkäufen gemessen werden. Aussagekräftiger sind qualifizierte Projekte, vereinbarte Versuche, konkrete Lastenhefte, technische Freigaben, neue Vertriebspartner und späterer Auftragseingang aus den Messekontakten.

Häufige Fragen zur EMO Hannover

Die wichtigsten Fragen zu Terminen, Ausrichtung und Kennzahlen der EMO Hannover im Überblick.

Wann findet die nächste EMO Hannover statt?

Die nächste EMO Hannover ist für 2029 vorgesehen. Ein genauer Veranstaltungstermin wurde mit Stand vom 7. August 2026 noch nicht veröffentlicht.² ¹⁴

Findet 2027 eine EMO in Hannover statt?

Nein. Die EMO 2027 findet vom 4. bis 8. Oktober 2027 in Mailand statt.²

Was bedeutet die Abkürzung EMO?

EMO steht für Exposition Mondiale de la Machine-Outil. Die deutsche Bedeutung lautet sinngemäß Werkzeugmaschinen-Weltausstellung.

Wer veranstaltet die EMO Hannover?

Die Hannover-Ausgabe wird vom Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, kurz VDW, organisiert. Die Marke EMO gehört dem europäischen Branchenverband Cecimo.³

Ist die EMO Hannover eine Publikumsmesse?

Die EMO ist keine klassische Publikumsmesse, sondern eine international ausgerichtete Fachmesse für Produktionstechnologie. Der Zutritt ist jedoch nicht ausschließlich Fachbesuchern vorbehalten.¹¹

Welche Produkte werden auf der EMO gezeigt?

Das Angebot umfasst Werkzeugmaschinen, Präzisionswerkzeuge, Messtechnik, Qualitätssicherung, Spanntechnik, Komponenten, Robotik, Materialfluss, Fertigungssoftware, Prozessautomation, additive Verfahren und produktionsbezogene Dienstleistungen.⁴

Wie viele Aussteller hatte die EMO Hannover 2025?

Nach FKM-geprüften AUMA-Daten nahmen 1.629 Aussteller aus 44 Ländern an der EMO Hannover 2025 teil.¹¹

Wie viele Besucher kamen 2025?

AUMA weist für 2025 insgesamt 77.575 Besuchereintritte aus, davon 40.237 aus dem Ausland. Der VDW kommunizierte im Abschlussbericht gerundet rund 80.000 Fachbesucher.¹ ¹¹

Wie viele Aussteller hatte die EMO Hannover 2023?

Für 2023 weist AUMA 1.838 Aussteller aus 46 Ländern und 92.159 Besuchereintritte aus. Der VDW nannte im Abschlussbericht gerundet rund 1.850 Aussteller und etwa 92.000 Fachbesucher.⁵ ¹²

Welche Themen prägten die EMO 2025?

Besonders wichtig waren Automation, künstliche Intelligenz, Digitalisierung, offene Maschinenschnittstellen, Prozessintegration, additive Fertigung sowie Energie- und Ressourceneffizienz.¹ ⁶

Welche Branchen besuchen die EMO?

Zu den wichtigsten Besuchergruppen gehören Maschinenbau, Automobilindustrie, Metallverarbeitung, Werkzeug- und Formenbau, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Feinmechanik, Optik und weitere produzierende Industrien.

Was unterscheidet die EMO von einer regionalen Produktionstechnikmesse?

Die EMO besitzt einen besonders hohen internationalen Anteil und deckt einen großen Teil der industriellen Metallbearbeitung ab. Dadurch eignet sie sich sowohl für technologische Marktvergleiche als auch für internationale Beschaffungs- und Vertriebsprojekte.

Fazit

Die EMO zeigt mehr als neue Werkzeugmaschinen

Die EMO Hannover dokumentiert, wie sich die industrielle Fertigung von der einzelnen Maschine zum vernetzten Produktionssystem entwickelt. Werkzeugmaschinen bleiben das technische Zentrum, werden aber zunehmend mit Robotik, Messtechnik, Software, Datenanalyse und automatischem Materialfluss verbunden.

Die Ergebnisse von 2025 zeigen trotz niedrigerer Gesamtzahlen weiterhin eine hohe internationale Reichweite und eine starke Präsenz von Führungskräften und Beschaffungsentscheidern. Für Besucher liegt der größte Nutzen im direkten Vergleich komplexer Fertigungslösungen. Aussteller erhalten die Möglichkeit, Technologien unter realen Prozessbedingungen zu demonstrieren und internationale Investitionsprojekte früh zu erkennen.

2027 wird die EMO in Mailand veranstaltet. Mit der Entscheidung für die EMO Hannover 2029 bleibt die niedersächsische Landeshauptstadt langfristig einer der zentralen Treffpunkte der internationalen Produktionstechnologie.

Quellenangabe

1. VDW – Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken: „EMO 2025 pusht KI und Automation für mehr Wettbewerbsfähigkeit der Industrie weltweit”, Abschlussbericht vom 26. September 2025, abgerufen am 7. August 2026. https://vdw.de/emo-2025-pusht-ki-und-automation-fuer-mehr-wettbewerbsfaehigkeit-der-industrie-weltweit/
2. VDW – Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken: „EMO – Weltleitmesse für die Produktionstechnologie bleibt in Hannover”, 28. November 2025, abgerufen am 7. August 2026. https://vdw.de/emo-bleibt-in-hannover/
3. EMO Hannover/VDW: „Kontakte”, Angaben zu VDW, Cecimo und der Veranstaltungsorganisation, abgerufen am 7. August 2026. https://visitors.emo-hannover.de/de/kontakte/
4. EMO Hannover/Deutsche Messe: „Ausstellerliste”, Produktgruppen und Ausstellerverzeichnis der EMO Hannover 2025, abgerufen am 7. August 2026. https://visitors.emo-hannover.de/de/ausstellung/ausstellerliste/
5. VDW – Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken: „EMO Hannover 2023 punktet erneut mit hoher Internationalität und innovativen Lösungen für aktuelle Herausforderungen”, Abschlussbericht vom 23. September 2023, abgerufen am 7. August 2026. https://vdw.de/emo-hannover-2023-punktet-erneut-mit-hoher-internationalitaet-und-innovativen-loesungen-fuer-aktuelle-herausforderungen/
6. VDW – Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken: „Automation auf dem Vormarsch – Aktuelle Trends und Themen der Metallbearbeitung”, technischer Abschlussbericht der EMO Hannover 2025 vom 10. Dezember 2025, abgerufen am 7. August 2026. https://vdw.de/automation-auf-dem-vormarsch/
7. EMO Hannover/VDW-Forschungsinstitut: „AI Hub – EMO 2025″, Informationen zum Sonderstand und zu den beteiligten Forschungspartnern, abgerufen am 7. August 2026. https://visitors.emo-hannover.de/aussteller/ai-hub-emo-2025/071360
8. VDW – Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken: „50 Jahre EMO: Menschen, Maschinen, Meilensteine”, 29. August 2025, abgerufen am 7. August 2026. https://vdw.de/50-jahre-emo-menschen-maschinen-meilensteine/
9. VDW – Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken: „50 Jahre EMO – eine Erfolgsgeschichte”, 24. Oktober 2024, abgerufen am 7. August 2026. https://vdw.de/50-jahre-emo-eine-erfolgsgeschichte/
10. EMO Hannover/Deutsche Messe: „Online-Services für Besucher”, Informationen zur Aussteller- und Produktsuche, Merkliste und Terminvorbereitung, abgerufen am 7. August 2026. https://visitors.emo-hannover.de/de/anreise-aufenthalt/online-services/
11. AUMA – Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft: „EMO”, FKM-geprüfte Kennzahlen 2025 und Angaben zum Zutritt, abgerufen am 7. August 2026. https://www.auma.de/messen-finden/details/?tfd=hannover_emo_222719
12. AUMA – Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft: „EMO”, FKM-geprüfte Kennzahlen 2023, abgerufen am 7. August 2026. https://www.auma.de/messen-finden/details/?tfd=hannover_emo_200374
13. Deutsche Messe AG: „Technische Richtlinien 2025″, Angaben zu Hallendaten, Bodenbelastungen sowie Elektro-, Wasser- und Druckluftversorgung, abgerufen am 7. August 2026. https://www.messe.de/files/files/000/media/downloads/technische-richtlinien/technische-richtlinien-technical-regulations.pdf
14. VDW – Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken: „Messen des VDW”, aktuelle Terminübersicht zur EMO Hannover mit Angabe „Nächster Termin: 2029″, abgerufen am 7. August 2026. https://vdw.de/messen-und-symposien/messen-des-vdw/
15. Titelbild: Die Halle 2 während der EMO Hannover 2011 – CC BY-SA 3.0 Funkymaisbrot – Eigenes Werk

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