Zuletzt aktualisiert am 10. August 2026 von Selin Alica
ILA Berlin 2028: Termin, Zahlen, Themen und Chancen für Aussteller
Vom 17. bis 21. Mai 2028 wird das Berlin ExpoCenter Airport erneut zum internationalen Treffpunkt der Luft- und Raumfahrtindustrie. Die ILA Berlin vereint die Segmente Aviation, Space und Defence mit Zulieferindustrie, politischem Austausch und Bühnenprogramm. Bei der Ausgabe 2026 ergänzten Static und Flying Display sowie Publikumstage dieses Fachmesseprofil.
Wie stark sich die Veranstaltung seit ihrem Neustart nach der Coronapandemie entwickelt hat, zeigt die Abschlussbilanz der ILA 2026. Vom 10. bis 14. Juni 2026 kamen rund 110.000 Teilnehmende auf das mehr als 200.000 Quadratmeter große Veranstaltungsgelände. 765 Aussteller aus 37 Nationen, 330 Delegationen aus 60 Ländern, mehr als 400 Speaker und etwa 100 Fluggeräte machten sie zur bislang größten Ausgabe seit der Neuausrichtung im Jahr 2022.
Die ILA ist dennoch keine klassische Publikumsflugschau. Bei der ILA 2026 waren die ersten drei Veranstaltungstage Fachbesuchern vorbehalten; am anschließenden Wochenende folgten zwei Publikumstage. Ob dieses Modell 2028 unverändert übernommen wird, ist derzeit noch nicht veröffentlicht. Die Kombination aus Fachbesuchertagen, politischem Austausch, Recruiting und Publikumsprogramm prägte das Messeprofil der ILA 2026.
Die ILA Berlin 2028 auf einen Blick
| Kennzahl | Angabe |
|---|---|
| Nächster Termin | 17. bis 21. Mai 2028 |
| Veranstaltungsort | Berlin ExpoCenter Airport |
| Adresse | Messestraße 1, 12529 Schönefeld, Ortsteil Selchow |
| Turnus | alle zwei Jahre |
| Veranstalter | Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie und Messe Berlin |
| Zentrale Segmente | Aviation, Space und Defence |
| Weitere Bereiche | Supplier, Drohnen, Start-ups und Talent Hub |
| Termin ILA 2026 | 10. bis 14. Juni 2026 |
| Fach- und Publikumstage 2026 | drei Fachbesuchertage und zwei Publikumstage |
| Veranstaltungsfläche 2026 | mehr als 200.000 Quadratmeter |
| Teilnehmende 2026 | rund 110.000 |
| Aussteller 2026 | 765 aus 37 Nationen |
| Delegationen 2026 | 330 aus 60 Ländern |
| Konferenzprogramm 2026 | mehr als 400 Speaker in 300 Sessions |
| Fluggeräte 2026 | etwa 100 im Static und Flying Display |
| Talent Hub 2026 | rund 3.500 Teilnehmende |
Der Termin für 2028 ist bestätigt. Die genaue Aufteilung der Veranstaltungstage, Öffnungszeiten, Ticketkategorien und Flugprogramme war mit Datenstand 7. August 2026 noch nicht veröffentlicht. Eine laufend aktualisierte Übersicht bietet der Messekalender von displayhersteller.
Eine Messe mit vier unterschiedlichen Funktionen
Die ILA lässt sich nur unzureichend als Ausstellung von Flugzeugen beschreiben. Auf dem Gelände überlagern sich vier Veranstaltungslogiken, die jeweils andere Zielgruppen, Kommunikationsformen und Erwartungen mitbringen.
Industrieller Marktplatz
Hersteller, Zulieferer, Raumfahrtunternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups präsentieren Fluggeräte, Komponenten, Software, Werkstoffe und technische Dienstleistungen. Für viele Unternehmen geht es um konkrete Lieferbeziehungen, Entwicklungsprojekte, Beschaffungsprogramme und internationale Partnerschaften.
Politisches Forum
Regierungsmitglieder, Streitkräfte, Behörden, Raumfahrtagenturen und internationale Delegationen nutzen die Messe für Gespräche über Industriepolitik, Sicherheit, technologische Souveränität und gemeinsame europäische Programme. 330 Delegationen aus 60 Ländern verdeutlichen die politische Bedeutung der Veranstaltung.
Wissens- und Recruitingplattform
Auf den ILA Stages diskutieren Fachleute über klimaverträgliches Fliegen, Raumfahrt, Verteidigung, künstliche Intelligenz, Lieferketten und neue Mobilitätsformen. Der Talent Hub verbindet Unternehmen mit erfahrenen Fachkräften, Studierenden, Auszubildenden und Berufseinsteigern.
Öffentliches Technologieerlebnis
Am Publikumswochenende rücken Flugvorführungen, begehbare Fluggeräte, Raumfahrtexponate sowie Begegnungen mit Piloten, Ingenieuren und Astronauten stärker in den Vordergrund. Die beiden Publikumstage der ILA 2026 waren bereits vor Veranstaltungsbeginn ausverkauft.
Das 2026 praktizierte Modell verdeutlicht die unterschiedlichen Anforderungen an Aussteller: An den Fachbesuchertagen standen technische, geschäftliche und politische Gespräche im Vordergrund; am Publikumswochenende mussten dieselben Themen auch für Besucher ohne beruflichen Branchenbezug verständlich vermittelt werden.
Die Bilanz 2026 zeigt deutliches Wachstum
Nach der Absage der Präsenzveranstaltung 2020 kehrte die ILA 2022 mit einem stärker auf Innovation, Fachkontakte und politische Inhalte ausgerichteten Konzept zurück. Die Entwicklung der drei vergangenen Ausgaben zeigt einen kontinuierlichen Zuwachs:
| Ausgabe | Teilnehmende | Aussteller | Delegationen | Talent Hub |
|---|---|---|---|---|
| 2022 | rund 72.000 | 550 | mehr als 150 | noch kein vergleichbarer Wert |
| 2024 | rund 95.000 | 600 | 200 | rund 1.500 |
| 2026 | rund 110.000 | 765 | 330 | rund 3.500 |
Die aktuelle Wachstumsübersicht der ILA rundet die Teilnehmendenzahl von 2022 auf 72.000. In der offiziellen historischen Chronik wird sie mit 72.500 angegeben. Die Differenz beruht auf unterschiedlicher Rundung der offiziellen Darstellungen und verändert den Wachstumstrend nicht.
Zwischen 2022 und 2026 stieg die Ausstellerzahl von 550 auf 765 und damit um rund 39 Prozent. Die Zahl der Teilnehmenden wuchs im selben Zeitraum um mehr als 50 Prozent. Besonders deutlich entwickelte sich die politische Beteiligung: Aus mehr als 150 Delegationen im Jahr 2022 wurden 330 Delegationen aus 60 Ländern im Jahr 2026.
Auch das inhaltliche Programm wurde ausgebaut. Mehr als 400 Speaker beteiligten sich 2026 an 300 Sessions. Rund 3.500 Menschen besuchten den Talent Hub, in dem mehr als 200 Stellenangebote präsentiert wurden. Etwa 100 Fluggeräte waren im Static Display oder im Flugprogramm vertreten.
Wie sich der geschäftliche Erfolg der ILA einordnen lässt
Besucherzahlen allein bilden den geschäftlichen Nutzen einer Luft- und Raumfahrtmesse nur begrenzt ab. Entwicklungs- und Beschaffungsprojekte haben häufig lange Vorlaufzeiten und komplexe Entscheidungsstrukturen. Für das B2B-Matchmaking nennt der Veranstalter mehr als 1.000 Meetings zwischen Fachbesuchern und Ausstellern. Eine vom Veranstalter veröffentlichte Befragung zur ILA Berlin 2024 nennt folgende Werte:
- 89 Prozent der Aussteller waren mit ihrer Teilnahme an der ILA insgesamt zufrieden
- 86 Prozent der Aussteller würden eine Teilnahme an der ILA weiterempfehlen
- 85 Prozent der Aussteller bewerteten die Qualität der an ihrem Stand geführten Kontakte positiv
- 86 Prozent der Fachbesucher stuften das geschäftliche Ergebnis ihrer Teilnahme als positiv ein
- 88 Prozent der Aussteller signalisierten eine hohe Bereitschaft, sich an künftigen ILA-Ausgaben erneut zu beteiligen
Diese Ergebnisse beziehen sich auf die ILA Berlin 2024 und stammen aus einer vom Veranstalter veröffentlichten Befragung. Sie sind keine unabhängige Wirtschaftlichkeitsanalyse, zeigen aber eine überwiegend positive Bewertung durch Aussteller und Fachbesucher.
Aviation Week berichtete für die ILA 2024 über ein Vertragsvolumen von rund 5,9 Milliarden Euro, darunter größere öffentliche Aufträge. Ohne unabhängig geprüfte Aufschlüsselung ist diese Zahl als berichtetes Vertragsvolumen und nicht als allgemeiner Umsatzindikator der Aussteller einzuordnen.
Auch 2026 wurden Vereinbarungen bekannt gegeben, darunter eine DLR-Conair-Kooperation zur luftgestützten Brandbekämpfung, eine gemeinsame Erklärung von ESA und EU zu Weltraumdiensten sowie ein ESA-Auftrag an Thales Alenia Space für die nächste Sentinel-1-Generation. Die Beispiele zeigen, dass die ILA auch als Ort für die Anbahnung, politische Begleitung und öffentliche Bekanntgabe von Projekten und Kooperationen dient.
Aviation: Wie sich die zivile Luftfahrt verändern soll
Das Segment Aviation bildet die zivile Luftfahrt ab. Dazu gehören Flugzeughersteller, Triebwerksunternehmen, Kabinenausstatter, Wartungsbetriebe, Forschungsinstitute, Softwareanbieter und Hersteller einzelner Komponenten.
Auf der offiziellen Aviation-Seite der ILA werden insbesondere Technologien für effizienteren, leiseren und langfristig klimaverträglicheren Luftverkehr hervorgehoben. Dazu zählen:
- Digitale Entwicklungs-, Produktions- und Wartungsprozesse
- Sustainable Aviation Fuels
- Elektrische Antriebskonzepte
- Additive Fertigung und leichtere Bauteile
- Effizientere und leisere Triebwerkstechnologien
- Digitale Werkzeuge zur effizienteren Wartung
Digitalisierung verändert laut ILA sowohl die Entwicklung als auch die Fertigung und Wartung von Flugzeugen. Virtuelle Tests können Konzepte früh hinsichtlich Effizienz, Sicherheit und Emissionen optimieren; digitale Werkzeuge sollen zudem Produktions- und Wartungsprozesse effizienter machen.
Für Aussteller besteht die Aufgabe darin, technische Funktionen verständlich sichtbar zu machen. Reale Bauteile, Schnittmodelle, Simulationen oder Funktionsdemonstratoren können dabei die Einordnung komplexer Lösungen erleichtern.
Space: Raumfahrt wird als Infrastruktur sichtbar
Der Space-Bereich zeigt, dass Raumfahrt längst nicht mehr ausschließlich aus Raketenstarts und bemannten Missionen besteht. Satelliten liefern Daten für Navigation, Kommunikation, Wettervorhersagen, Landwirtschaft, Katastrophenschutz, Klimaforschung und Sicherheit.
Ein zentraler Bestandteil der ILA ist der Space Pavilion. Er wird von der Europäischen Weltraumorganisation ESA, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der im BDLI organisierten deutschen Raumfahrtindustrie gemeinsam gestaltet. Bei der ILA 2026 standen vier Themenfelder im Vordergrund:
- Autonomie und Resilienz
- Erforschung und Erkundung
- Technologieentwicklung und Missionsbetrieb
- Erdbeobachtung und Anwendungen für das Leben auf der Erde
Raumfahrtprogramme besitzen häufig lange Laufzeiten, hohe Investitionsvolumina und internationale Projektstrukturen. Entsprechend wichtig ist der Austausch zwischen Industrie, Forschung, Raumfahrtagenturen und Politik.
Neben etablierten Konzernen treten spezialisierte New-Space-Unternehmen auf, etwa für Kleinsatelliten, Trägersysteme, Software und Datenanwendungen. Auf der ILA treffen sie auf mögliche Programmpartner, Investoren, Behörden und Forschungseinrichtungen.
Defence: Beschaffung, Einsatzfähigkeit und Kooperationen
Das Segment Defence gehört zu den sichtbarsten und politisch relevantesten Bereichen der ILA. Im Military Support Center treffen Hersteller, Streitkräfte, Behörden und internationale Delegationen aufeinander. Die Bundeswehr ist der größte Einzelaussteller der Veranstaltung. Gezeigt werden unter anderem:
- Kampfflugzeuge und Transportmaschinen
- Hubschrauber
- Aufklärungs- und Kommunikationssysteme
- Sensorik und elektronische Systeme
- Schutz- und Abwehrtechnik
- Lösungen für Wartung und Einsatzbereitschaft
- Unbemannte Luftfahrtsysteme
Ein Teil dieser Produkte ist sicherheitsrelevant und kann nicht in allen Einzelheiten öffentlich präsentiert werden. Neben offenen Ausstellungsflächen gibt es deshalb geschützte Besprechungsräume, Chalets und kontrollierte Gesprächsbereiche.
Delegationsbesuche verbinden technische Fachgespräche, politische Termine und Medienauftritte. Für Aussteller erfordert das eine klare Terminplanung und die Trennung zwischen öffentlich zugänglichen und vertraulichen Informationen.
Supplier: eine konzentrierte B2B-Plattform für Zulieferer
Ein Verkehrsflugzeug, Satellit oder militärisches Luftfahrtsystem besteht aus einer großen Zahl hoch spezialisierter Komponenten. Viele davon stammen nicht vom Unternehmen, dessen Name später auf dem fertigen Produkt erscheint.
Die Supplier-Halle richtet sich gezielt an diese Lieferkette. Sie war 2026 ausschließlich während der drei Fachbesuchertage geöffnet. Dort trafen kleinere und mittlere Unternehmen auf Einkaufsverantwortliche großer Hersteller und sogenannter Tier-1-Zulieferer. Zu den relevanten Angeboten gehören:
- Präzisionsbauteile und Baugruppen
- Werkstoffe und Verbundmaterialien
- Elektronik und Avionik
- Kabel- und Verbindungssysteme
- Fertigungs- und Prüftechnik
- Oberflächenbehandlung
- Software und Engineering
- Wartungs-, Logistik- und Entwicklungsleistungen
Die Konzentration auf Fachbesucher erleichtert zielgerichtete Gespräche. Ein Einkäufer sucht häufig nach bestimmten Fertigungsverfahren, Zulassungen, Werkstoffen oder Produktionskapazitäten. Das Matchmaking soll Anbieter und potenzielle Auftraggeber bereits vor Messebeginn zusammenbringen.
Für spezialisierte Zulieferer steht daher weniger die Standgröße als eine präzise Darstellung von Fertigungsverfahren, Kompetenzen und möglichen Anknüpfungspunkten für Einkäufer im Vordergrund.
Drohnen erhalten einen eigenen Präsentationsraum
Unbemannte Luftfahrtsysteme waren bereits auf früheren Ausgaben vertreten. 2026 erhielten sie mit dem Drone Pavilion erstmals einen zentralen eigenen Bereich im Defence Park.
Die Ausstellung umfasste zivile und militärische Drohnensysteme sowie Lösungen zur Erkennung und Abwehr unbemannter Fluggeräte. In der integrierten Drone Cage konnten Anwendungen nicht nur statisch gezeigt, sondern auch im Betrieb demonstriert werden. Zur Swarm Drone Challenge traten internationale Teams mit autonom koordinierten Drohnenschwärmen gegeneinander an.
Das Themenfeld reicht von Inspektion, Vermessung, Landwirtschaft und Katastrophenschutz bis zu Aufklärung, Logistik und Verteidigung. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Regulierung, Luftraumintegration, Detektion und Abwehr. Damit verbindet der Drohnenbereich Luftfahrttechnik mit Software, Sensorik, künstlicher Intelligenz und Sicherheit.
Talent Hub und Start-ups erweitern das Messeprofil
Die Luft- und Raumfahrtindustrie benötigt Ingenieure, IT-Fachkräfte, Techniker, Produktionsmitarbeiter und wissenschaftlichen Nachwuchs. Der Talent Hub wurde deshalb zu einem eigenständigen Veranstaltungsbereich ausgebaut.
2026 nahmen rund 3.500 Menschen teil – mehr als doppelt so viele wie 2024. Unternehmen präsentierten mehr als 200 Stellenangebote und nutzten Unternehmensvorstellungen, geführte Talent Tours und persönliche Gespräche, um Bewerber anzusprechen.
Der Talent Hub begann bereits am letzten Fachbesuchertag und lief über das Publikumswochenende weiter. So erreichte er sowohl erfahrene Fachkräfte als auch Schüler, Studierende und Berufseinsteiger.
Der Start-up Hub ergänzt diese Recruiting- und Innovationslogik. Junge Technologieunternehmen erhalten dort kompakte Präsentationsflächen und Zugang zu Investoren, politischen Entscheidungsträgern, Industriepartnern und Medien. Besonders relevant ist das für Unternehmen aus den Bereichen Satellitentechnik, Drohnen, Software, neue Antriebe und urbane Luftmobilität.
Static und Flying Display sind mehr als Publikumsattraktionen
Das Static Display umfasst Fluggeräte, die während der Veranstaltung am Boden besichtigt werden können. Das Flying Display zeigt ausgewählte Maschinen im Flug. 2026 waren insgesamt etwa 100 Fluggeräte auf dem Gelände und im Programm vertreten.
Für Fachbesucher ermöglichen reale Fluggeräte einen direkten Blick auf Kabinen, Laderäume, Sensoren, Wartungszugänge und Größenverhältnisse. Für Privatbesucher gehören Static und Flying Display zugleich zu den sichtbarsten Teilen des Veranstaltungsprogramms.
Im Flying Display werden ausgewählte Fluggeräte im Betrieb gezeigt und ergänzen damit die statische Präsentation am Boden. Das konkrete Flugprogramm wird vom Veranstalter veröffentlicht und kann sich kurzfristig ändern. Maßgeblich sind daher die jeweils aktuellen Programminformationen der ILA.
Das Berlin ExpoCenter Airport liegt nicht am Funkturm
Die Bezeichnung „ILA Berlin” führt gelegentlich zu einer falschen räumlichen Einordnung. Die Messe findet nicht auf dem bekannten Berliner Messegelände am Funkturm statt.
Veranstaltungsort ist das Berlin ExpoCenter Airport in der brandenburgischen Gemeinde Schönefeld, Ortsteil Selchow. Das Gelände liegt unmittelbar am Flughafen Berlin Brandenburg und besitzt Zugang zu den erforderlichen Flugbetriebsflächen.
Diese Lage ist für die Veranstaltung entscheidend. Große Fluggeräte können direkt auf das Gelände gebracht und in das Static oder Flying Display eingebunden werden. Eine vergleichbare Nutzung wäre auf einem innerstädtischen Messegelände nicht möglich.
Die Messe Berlin ist dennoch einer der beiden Veranstalter. Sie organisiert die ILA gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Der BDLI ist zugleich Markeninhaber der Veranstaltung.
Weitere Informationen zur Unternehmensstruktur, zu den Hallen, Kongresszentren und wichtigen Veranstaltungen finden sich im Beitrag zum Messestandort Berlin.
Die ILA ist bis 2030 in der Hauptstadtregion gesichert
Berlin, Brandenburg, die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, der BDLI und die Messe Berlin schlossen 2024 eine Rahmenvereinbarung für die Durchführung der ILA von 2026 bis 2030.
Damit ist die Veranstaltung nicht nur für 2028, sondern grundsätzlich auch für 2030 in der Hauptstadtregion abgesichert. Die Vereinbarung schafft Planungssicherheit für Veranstalter, Behörden, Aussteller und Infrastrukturpartner.
Für Berlin und Brandenburg ist die ILA zugleich internationaler Branchentreffpunkt und Schaufenster der regionalen Luft- und Raumfahrtindustrie. Das Zusammenspiel beider Bundesländer zeigt sich bereits am Veranstaltungsort: Die Messe trägt Berlin im Namen und wird von der Messe Berlin mitorganisiert, liegt geografisch jedoch in Brandenburg.
Für welche Unternehmen sich eine Beteiligung eignet
Die ILA richtet sich an Unternehmen und Organisationen aus nahezu allen Bereichen der Luft- und Raumfahrt:
- Hersteller ziviler und militärischer Fluggeräte
- Raumfahrtunternehmen und Raumfahrtagenturen
- Triebwerks-, Komponenten- und Systemhersteller
- Spezialisierte Produktions- und Zulieferbetriebe
- Anbieter von Avionik, Elektronik und Sensorik
- Software- und Datenunternehmen
- Drohnenhersteller und Anbieter von Abwehrsystemen
- Wartungs-, Reparatur- und Logistikunternehmen
- Forschungseinrichtungen und Hochschulen
- Start-ups und Technologieausgründungen
- Streitkräfte, Behörden und internationale Institutionen
- Arbeitgeber und Recruitingorganisationen
Die Zielsetzungen unterscheiden sich: Zulieferer suchen Kontakte zu Einkauf und Technik, Raumfahrt-Start-ups etwa Programmpartner oder Investoren. Große Hersteller verbinden Kundenpflege, Produktpräsentation, Pressearbeit und Delegationsbesuche.
Für Aussteller folgt daraus: Standkonzept, Ansprechpartner und Terminplanung sollten auf die jeweils relevanten Zielgruppen ausgerichtet sein.
Was einen ILA-Messeauftritt besonders anspruchsvoll macht
Auf der ILA treffen Fachpublikum, politische Delegationen, Medien, Talente und – bei entsprechendem Veranstaltungskonzept – Privatbesucher auf dieselbe Ausstellerpräsenz. Das 2026 praktizierte Modell mit Fachbesucher- und Publikumstagen verdeutlicht die unterschiedlichen Anforderungen: Im B2B-Kontext stehen technische und geschäftliche Gespräche im Vordergrund, während am Publikumswochenende ein höherer Erklärungsbedarf besteht.
Große Exponate benötigen ausreichend Zugangs- und Gesprächsflächen; kleine Komponenten und Software profitieren von Modellen, Visualisierungen oder konkreten Anwendungsszenarien. Hinzu kommen Sicherheits-, Transport- und Genehmigungsanforderungen, insbesondere bei militärischen Exponaten, Drohnen, sensiblen Technologien und großen Bauteilen. Für die Standplanung sind deshalb vier Punkte besonders wichtig:
- Zielgruppen trennen: Gesprächsführung auf Einkauf, Technik, Politik, Medien und Recruiting abstimmen
- Technik verständlich machen: Modelle, Demonstratoren oder Anwendungsszenarien nutzen
- Termine vorbereiten: relevante B2B- und Delegationsgespräche möglichst vorab koordinieren
- Standteam differenzieren: technische, vertrauliche, mediale und Recruiting-Anfragen gezielt zuordnen
Ergänzende Hinweise zu Zieldefinition, Standgestaltung und Kommunikation bietet der Beitrag zum Messekonzept und zur strategischen Messestandplanung von displayhersteller.
Von Frankfurt über Hannover zurück nach Berlin
Die ILA blickt auf eine Geschichte seit 1909 zurück.
1909: Beginn in Frankfurt am Main
Die erste Internationale Luftschiffahrt-Ausstellung fand vom 10. Juli bis 17. Oktober 1909 in Frankfurt am Main statt. Rund 500 Aussteller präsentierten Luftschiffe, Ballone und Flugzeuge. Etwa 1,5 Millionen Menschen besuchten die 100 Tage dauernde Veranstaltung.
1912 und 1928: frühe Ausstellungen in Berlin
1912 folgte die Allgemeine Luftfahrzeug-Ausstellung in Berlin. Im Jahr 1928 wurden bei der Internationalen Luftfahrtausstellung 150 Flugzeuge aus 19 Ländern gezeigt. Zum Programm gehörte außerdem ein internationaler Sternflug mit 40 Maschinen nach Berlin-Tempelhof.
1932: Deutsche Luftsport-Ausstellung
1932 folgte die Deutsche Luftsport-Ausstellung, kurz DELA, in Berlin-Tempelhof. Die offizielle ILA-Chronik nennt dort einen großen DELA-Flugtag mit rund 100 Flugzeugen.
1957 bis 1990: die Hannoveraner Jahre
1957 begann am Flughafen Hannover-Langenhagen der Neuanfang. Aus den frühen Luftfahrtschauen entwickelte sich die spätere ILA; 1990 fand sie dort zum letzten Mal statt.
1992: Rückkehr nach Berlin
Nach der deutschen Wiedervereinigung kehrte die ILA 1992 nach Berlin-Schönefeld zurück. 517 Aussteller aus 23 Ländern präsentierten ihre Angebote. Die offizielle Chronik nennt 134.281 Besucher.
2012: Umzug auf das heutige Gelände
Seit 2012 findet die ILA auf dem Berlin ExpoCenter Airport statt. Bei der ersten Ausgabe auf dem neuen Gelände nahmen 1.243 Aussteller aus 46 Ländern teil, außerdem wurden 282 Fluggeräte präsentiert. Diese Ausgabe markiert die höchste Ausstellerzahl in der Geschichte der Veranstaltung.
2020 bis 2026: Absage, Neustart und Wachstum
Die für 2020 geplante Präsenzveranstaltung wurde in der Coronapandemie abgesagt. 2022 startete die ILA mit überarbeitetem Konzept neu; 2024 folgten rund 95.000 Teilnehmende und 600 Aussteller, 2026 rund 110.000 Teilnehmende und 765 Aussteller.
Häufige Fragen zur ILA Berlin
Wann findet die nächste ILA Berlin statt?
Die nächste ILA Berlin findet vom 17. bis 21. Mai 2028 statt.
Wo wird die ILA veranstaltet?
Veranstaltungsort ist das Berlin ExpoCenter Airport, Messestraße 1 in 12529 Schönefeld, Ortsteil Selchow. Das Gelände liegt unmittelbar am Flughafen Berlin Brandenburg.
Ist die ILA eine Fachmesse oder eine Publikumsmesse?
Sie ist beides. 2026 waren die ersten drei Veranstaltungstage Fachbesuchern vorbehalten. Am anschließenden Wochenende war die ILA für Privatbesucher geöffnet. Die genaue Tagesaufteilung für 2028 ist noch nicht veröffentlicht.
Wie sind die Öffnungszeiten der ILA Berlin 2028?
Die Öffnungszeiten für 2028 sind mit Datenstand 7. August 2026 noch nicht veröffentlicht. 2026 war die ILA an den Fachbesucher- und Publikumstagen jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
Wer veranstaltet die ILA Berlin?
Veranstalter sind der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie und die Messe Berlin. Der BDLI ist Markeninhaber der ILA.
Wie viele Aussteller nahmen 2026 teil?
Die offizielle Abschlussbilanz nennt 765 Aussteller aus 37 Nationen.
Wie viele Menschen kamen zur ILA 2026?
Rund 110.000 Teilnehmende besuchten die Veranstaltung vom 10. bis 14. Juni 2026.
Welche Themen zeigt die ILA?
Die Hauptsegmente sind Aviation, Space und Defence. Ergänzt werden sie durch Supplier, Drohnen, Start-ups, Recruitingangebote und das Static und Flying Display.
Kann man die Flugzeuge auf der ILA besichtigen?
Zahlreiche Fluggeräte werden im Static Display am Boden präsentiert. Welche Maschinen zugänglich oder begehbar sind, hängt vom jeweiligen Aussteller, von Sicherheitsvorgaben und vom Veranstaltungsprogramm ab.
Wie aussagekräftig sind die gemeldeten Geschäftsabschlüsse?
Gemeldete Vertragsvolumina zeigen die wirtschaftliche Bedeutung der Veranstaltung, lassen sich aber nicht automatisch als zusätzlicher Umsatz einzelner Aussteller oder als unmittelbarer Messeertrag interpretieren. Viele Projekte werden bereits vor der Messe vorbereitet und dort unterzeichnet oder öffentlich bekannt gegeben.
Fazit
Die ILA verbindet Technologie, Politik und Geschäft
Die ILA Berlin hat sich seit 2022 deutlich verändert und vergrößert. Sie ist heute zugleich Industriemesse, politisches Forum, Recruitingplattform und öffentliches Luft- und Raumfahrtereignis.
In diesem Messeprofil treffen Zulieferer auf Einkaufsverantwortliche, Raumfahrtunternehmen auf Agenturen und Forschungseinrichtungen, Defence-Anbieter auf Streitkräfte und Behörden, Start-ups auf Investoren und Talente auf mögliche Arbeitgeber.
Static und Flying Display ergänzen die Messe um reale Fluggeräte und operative Vorführungen. Der Standort am BER schafft dafür die erforderlichen räumlichen und flugbetrieblichen Voraussetzungen.
Mit 765 Ausstellern, rund 110.000 Teilnehmenden und 330 Delegationen hat die ILA 2026 ihren Wachstumskurs bestätigt. Vom 17. bis 21. Mai 2028 wird sich zeigen, wie die Veranstalter diese Entwicklung fortsetzen und welche Technologien, Programme und politischen Entscheidungen die nächste Phase der europäischen Luft- und Raumfahrt prägen.
Quellenangabe
1. ILA Berlin: „ILA Berlin 2028″, Termin und Kennzahlen der ILA Berlin 2026, abgerufen am 6. August 2026. https://ila-berlin.com/de
2. Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie: „ILA Berlin 2026 setzt mit Besucherplus und internationaler Rekordbeteiligung neue Maßstäbe”, 14. Juni 2026, abgerufen am 6. August 2026. https://www.bdli.de/meldungen/ila-berlin-2026-setzt-mit-besucherplus-und-internationaler-rekordbeteiligung-neue
3. ILA Berlin: „Über ILA Berlin”, interaktive Chronik mit historischen Kennzahlen von 1909 bis 2026, abgerufen am 6. August 2026. https://ila-berlin.com/de/ueber-uns
4. ILA Berlin: „Die Segmente der ILA Berlin”, Aviation, Space, Defence und ergänzende Themenbereiche, abgerufen am 6. August 2026. https://ila-berlin.com/de/segmente
5. ILA Berlin: „Reiseinformationen”, Veranstaltungsort sowie Fach- und Publikumstage 2026, abgerufen am 6. August 2026. https://ila-berlin.com/de/reiseinformationen
6. ILA Berlin: „Warum ILA”, Entwicklung der Teilnehmer-, Aussteller-, Delegations-, Programm- und Talent-Hub-Zahlen von 2022 bis 2026, abgerufen am 6. August 2026. https://ila-berlin.com/de/warum-ila
7. ILA Berlin: „Fachbesucher”, Fachbesucherkonzept, B2B-Matchmaking und mehr als 1.000 Meetings, abgerufen am 6. August 2026. https://www.ila-berlin.com/de/fachbesucher
8. ILA Berlin: „Supplier”, Supplier-Halle, Öffnungstage und B2B-Ausrichtung, abgerufen am 6. August 2026. https://ila-berlin.com/de/supplier
9. ILA Berlin: „Space”, Partner und Themenschwerpunkte des Space Pavilion, abgerufen am 6. August 2026. https://ila-berlin.com/de/segmente/space
10. ILA Berlin: „Defence”, Military Support Center und Rolle der Bundeswehr, abgerufen am 6. August 2026. https://ila-berlin.com/de/segmente/defence
11. ILA Berlin: „Drohnen als Schlüsseltechnologie auf der ILA Berlin 2026″, Pressemitteilung vom 14. April 2026, abgerufen am 6. August 2026. https://ila-berlin.com/de/press/drohnen-als-schluesseltechnologie-auf-der-ila-berlin-2026
12. ILA Berlin: „Start-up Hub”, Zielgruppen und Teilnahmeformate, abgerufen am 6. August 2026. https://www.ila-berlin.com/de/start-ups
13. ILA Berlin: „Zukunft der ILA Berlin bis 2030 gesichert”, Rahmenvereinbarung und Veranstalterstruktur, 9. April 2024, abgerufen am 6. August 2026. https://ila-berlin.com/de/press/zukunft-der-ila-berlin-bis-2030-gesichert
14. Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie: „Aufbruch der Luft- und Raumfahrt: Rekordmesse ILA Berlin 2026″, Vereinbarungen und Partnerschaften während der Fachbesuchertage, 12. Juni 2026, abgerufen am 6. August 2026. https://www.bdli.de/meldungen/aufbruch-der-luft-und-raumfahrt-rekordmesse-ila-berlin-2026
15. Aviation Week: „ILA Berlin Airshow, Aviation Week Sign Exclusive Media Partnership”, enthält eine Angabe zum Vertragsvolumen der ILA 2024, abgerufen am 6. August 2026. https://aviationweek.com/aerospace/ila-berlin-airshow-aviation-week-sign-exclusive-media-partnership
16. ILA Berlin: „ILA Berlin 2026 – Factsheet / Outlook”, Ergebnisse der Aussteller- und Fachbesucherbefragung zur ILA Berlin 2024, abgerufen am 7. August 2026. https://ila-berlin.de/sites/default/files/2026-01/ila_2026_factsheet_outlook_de.pdf
17. ILA Berlin: „Aviation”, Themen zu Digitalisierung, nachhaltigen Kraftstoffen, E-Antrieb und additiver Fertigung, abgerufen am 7. August 2026. https://ila-berlin.com/de/segmente/aviation
18. Internationale Luftschiffahrt-Ausstellung Frankfurt 1909 mit Parseval-Luftschiff PL3
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